Schock in köln: thon kritisiert wm-debakel – „wir ruhen uns auf lorbeeren aus!“,n

Köln – Der Traum von der Weltmeisterschaft ist geplatzt, die Enttäuschung sitzt tief. Olaf Thon, Fußball-Weltmeister von 1990, sprach im WDR-Studiogespräch Klartext über das frühe Aus der deutschen Nationalmannschaft. Sein Urteil ist unerbittlich: „Man kann sich nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen!“, betonte der Ex-Schalke-Spieler am Rande eines Fußball-Talks am Fühlinger See.

Die bittere pille: woran liegt das deutsche dilemma?

Das Aus gegen Paraguay hat viele Fragen aufgeworfen. Ein vermeintlich starkes Team, voller Top-Spieler und angeblich mit großem Teamgeist, scheitert so früh. Thon zeigt wenig Verständnis: „Ich hätte nie erwartet, dass wir gegen Paraguay verlieren! Wir hatten 80 Prozent Ballbesitz – und trotzdem?“, fragt er rhetorisch. Die Schuld sieht er nicht nur beim Trainer, sondern bei einem „Gesamtpaket“, das nicht stimmt. Ein verletzter Musiala, ein Kimmich im falschen System und ein Neuer, der an diesem Tag nicht sicher wirkte, trugen ihren Teil dazu bei. Aber das sind nur Ausreden, so Thon.

Der Torwart-Fehler und das Fehlen des Killerinstinkts waren entscheidend. „Wir haben keinen Gerd Müller, keinen Klaus Fischer vorne drin, der die Dinger macht!“, kritisiert der Weltmeister. Die Nachwuchsförderung sei ebenfalls mangelhaft, es würden kaum noch ehrgeizige Mittelstürmer ausgebildet.

Der dfb am scheideweg: was jetzt passieren muss

Der dfb am scheideweg: was jetzt passieren muss

Die Fans sind am Boden zerstört, das Vertrauen in den deutschen Fußball erschüttert. Thon sieht die Notwendigkeit für drastische Maßnahmen. Ein Trainerwechsel ist „naheliegend“ und wird wohl auch kommen. „Aber reicht das?“, stellt er die Frage in den Raum. Berti Vogts 1994 bewies, dass ein katastrophales WM-Turnier auch der Beginn einer erfolgreichen Ära sein kann. Doch bei Nagelsmann scheint die Luft raus zu sein. Ein neuer Bundestrainer, vielleicht Jürgen Klopp oder jemand anderes, könnte frischen Wind bringen.

Auch die jungen Talente dürfen nicht vergessen werden. Said El Mala oder Lennart Karl hätten vielleicht eine Chance bekommen sollen, um die Mannschaft zu verstärken. Thon fordert: „Wir müssen kleine Brötchen backen, aber hart arbeiten und Taten sprechen lassen. Der DFB und die DFL müssen jetzt etwas aufbauen für die Zukunft.“

Die Erwartungen waren unrealistisch hoch, die Realität bitter. Deutschland muss sich eingestehen, dass es nicht mehr automatisch der unangefochtene Fußball-Dominator ist. Die Welt hat aufgeholt, und Deutschland muss sich neu erfinden, wenn es wieder zu den Besten gehören will. Die Zeit des Träumens von Weltmeistertiteln ist vorbei – jetzt gilt es, die schwere Arbeit anzugehen.