Tuchel: kongo-schock könnte englands wm-traum beenden
Atlanta – Die WM in den USA und Kanada hat bereits für einige Überraschungen gesorgt, und der deutsche Teammanager Englands, Thomas Tuchel, nimmt diese Entwicklungen sehr ernst. Das frühe Aus von Fußball-Nation Deutschland und der Niederlande hat die englische Auswahl demütig vor ihrer Aufgabe gegen die Demokratische Republik Kongo im Sechzehntelfinale am Mittwoch (18.00 Uhr/ARD und MagentaTV) zurück in die Realität geholt.
Enge spiele und realistische erwartungen
„Es sind eben enge Kisten, und das hilft uns, die Erwartungen im Rahmen zu halten und einzuordnen, was hier und im Weltfußball so passiert“, erklärte Tuchel am Dienstag. Die Demut ist spürbar, nachdem man gesehen hat, wie selbst vermeintlich unschlagbare Teams an unerwarteten Gegnern scheitern können.
Die jüngsten Ergebnisse – Deutschland gegen Paraguay (3:4 i. E.) und die Niederlande gegen Marokko (2:3 i. E.) – verdeutlichen, dass es bei dieser WM um mehr als nur um die Favoritenrolle geht. Selbst Brasilien musste sich beim knappen 2:1 gegen Japan bis zur Nachspielzeit abmühen, als Gabriel Martinelli den Siegtreffer erzielte. Tuchel betonte: „Die Mannschaften sind gut eingespielt, verteidigen auf höchstem Niveau und sind bestens vorbereitet. Es ist für jedes Team schwer, andere auszuspielen – besonders, wenn man selbst als Favorit antritt und auf Teams trifft, die nichts zu verlieren haben.“

Die kongo-gefahr: mehr als nur ein underdog
Allerdings warnt Tuchel auch vor der vermeintlich leichteren Aufgabe gegen die DR Kongo. Das Team hatte im Gruppenspiel bereits ein überraschendes 1:1 gegen Cristiano Ronaldos Portugal erkämpft. „Sie haben wirklich überperformt und ihre eigenen Erwartungen übertroffen. Das gibt ihnen einen echten Glauben an das, was sie tun – und das macht sie zu einem schwierigen Gegner“, so Tuchel.
Die körperliche Stärke, Schnelligkeit und das Engagement der Kongolesen sollten keinesfalls unterschätzt werden. „Sie sind ein Team, gegen das wir als Favorit antreten, während sie in der Rolle des Außenseiters spielen können, was ihnen natürlich liegt“, räumt Tuchel ein. Die DR Kongo präsentiert sich als ein unangenehmer Gegner, der den Engländern das Leben schwer machen könnte.
Die Ausgangslage ist klar: England ist Favorit, doch die jüngsten WM-Pleiten haben gezeigt, dass der Fußball oft anderswo entscheidet. Ob Tuchel und seine Mannschaft die Lehren aus den Fehlern anderer ziehen und den Kongo-Schock vermeiden können, wird sich am Mittwoch zeigen. Die Spannung steigt – und die Welt blickt gespannt nach Atlanta.
