Wimbledon-wahnsinn: 26:24 im endlosen tiebreak!
Wimbledon, 1. Juli 1985 – ein Datum, das in die Tennisgeschichte eingegangen ist. Nicht wegen eines Finalsiegens oder eines überraschenden Triumphes, sondern wegen eines Tiebreaks, das schier unendlich schien. Ein Kampf, der die Zuschauer in Atem hielt und die Frage aufwarf: Wie lange kann ein Tiebreak eigentlich dauern?

Der tag, an dem die zeit stillstand
Die All England Championships in Wimbledon sind bekannt für ihre Tradition und ihren Rasen. Doch an diesem Tag schrieb das Herren-Doppel ein ganz eigenes Kapitel. Jan Gunnarson (Schweden) und Michael Mortensen (Dänemark) trafen auf John Frawley (Australien) und Victor Pecci (Paraguay). Nach einem Hin und Her, das die ersten beiden Sätze für Gunnarson/Mortensen und den dritten für Frawley/Pecci entschied, kam es im vierten Satz zum entscheidenden Tiebreak.
Was dann geschah, war schlichtweg sensationell. Der Tiebreak entwickelte sich zu einem epischen Schlagabtausch, der 50 Ballwechsel umfasste – ein Wert, der den zuvor längsten Tiebreak von 38 Punkten bei weitem übertraf. Nach einer gefühlten Ewigkeit triumphierten Gunnarson und Mortensen schließlich mit 26:24. Ein neuer Rekord war geboren, der die Tenniswelt für kurze Zeit in Aufruhr versetzte.
Es ist bezeichnend, dass dieser Rekord, obwohl er nicht offiziell in den Büchern steht (bedingt durch fehlende Linienrichter und Stuhlschiedsrichter bei einem Future-Turnier in Florida 2013, wo ein Tiebreak mit 70 Punkten gespielt wurde), bis heute als der längste Tiebreak in einem Grand-Slam-Turnier gilt. Das zeigt, wie außergewöhnlich diese Leistung war. Die Erinnerung an diesen Tag in Wimbledon wird jeder Tennis-Fan in Ehren halten.
Während andere Spieler und Paare um Ruhm und Ehre kämpften, schrieben Gunnarson und Mortensen mit ihrem endlosen Tiebreak eine Legende. Ein Beweis dafür, dass im Sport manchmal auch Hartnäckigkeit und Ausdauer mehr zählen als Talent und Können. Und wer weiß, vielleicht erleben wir ja nie wieder einen solchen Tennis-Wahnsinn.
