Var-entscheidung umstritten: collina verteidigt pfiff gegen tah

Dortmund – Die Fußballwelt diskutiert noch immer: Die Entscheidung des Video Assistant Referee (VAR) im Sechzehntelfinale der WM 2026 zwischen Deutschland und Paraguay, Jonathan Tahs vermeintlichen Führungstreffer zu annullieren, sorgt für erheblichen Unmut. Nun meldet sich FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina zu Wort und verteidigt die Entscheidung des Unparteiischen Jalal Jayed.

Ein stoß, der alles verändert

Ein stoß, der alles verändert

Die Szene war klar: Nach einer Ecke stieg Jonathan Tah am höchsten und köpfte den Ball ins Netz. Die deutsche Fans jubelten bereits, doch der VAR rief den Schiedsrichter zu sich. Es ging um einen vermeintlichen Foul von Waldemar Anton an Paraguays Torwart Orlando Gill kurz vor Tahs Tor. Die Bilder zeigten einen leichten Körperkontakt, der von vielen als unbedenklich abgetan wurde. Jayed zeigte nach Ansicht der Bilder auf den Elfmeterpunkt – und brach damit die deutsche Führung.

Collina, der selbst eine Legende im Schiedsrichterwesen ist, betonte in einem Beitrag des Fußballverbands FIFA, dass die Schiedsrichter explizit darauf hingewiesen wurden, solche Situationen besonders genau zu beobachten. „Trainer und Spieler wurden darüber informiert. Daher sollte es keine Überraschung sein, wenn Schiedsrichter solche Vergehen ahnden“, so Collina.

Er führte weiter aus, dass es sich bei der Taktik, gegnerische Spieler an ihrer Bewegung zu hindern, um einen zunehmend verbreiteten Ansatz handele. Insbesondere, wenn dieser darauf abzielt, den Torhüter in seiner Reaktionsfähigkeit zu beeinträchtigen, seien Schiedsrichter und VAR aufgerufen, einzugreifen. Die Entscheidung wirft jedoch Fragen auf, ob der VAR-Eingriff im richtigen Maße erfolgte.

Lutz Wagner, Schiriexperte der Sportschau, äußerte deutliche Kritik: „Der Torwart hat im Fünfmeterraum keine Sonderrechte, er hat am Spiel teilnehmen können. Für mich wäre Weiterspielen die richtige Entscheidung gewesen.“ Auch wenn Mark Clattenburg, ehemaliger englischer Schiedsrichter, das Foul sah, zeigt die Debatte, wie subjektiv die Wahrnehmung solcher Situationen sein kann und wie stark das Ergebnis von solchen Entscheidungen abhängt.

Die deutsche Nationalmannschaft verlor die Partie am Ende knapp, und die VAR-Entscheidung wird zweifellos ein Thema sein, das noch lange nachhallt.