Schock für den österreichischen rodelsport: olympia-silberling müller hört auf!
Ein überraschender Abschied erschüttert den österreichischen Rodelsport: Jonas Müller, der gerade noch bei den Olympischen Spielen in Cortina d’Ampezzo jubelte, beendet seine Karriere. Der 28-jährige Vorarlberger hängt die Schlitten ab, obwohl er auf der größten Bühne des Sports strahlende Erfolge feierte. Die Entscheidung kommt aus heiterem Himmel und wirft Fragen auf.
Der erfolg schwindet: warum müller schluss macht
Noch im Februar feierte Müller zwei Olympia-Silbermedaillen, einmal im Einsitzer und mit der Staffel – sein erstes olympisches Erlebnis überhaupt. Doch nur wenige Monate später zog er die Reißleine. Der Grund? Ein Nachlassen des Erfolgshungers. „Der Sport macht mir nicht mehr die Freude wie früher“, gestand er im Gespräch mit dem Kurier. Die Heim-WM im kommenden Jahr, ein Traum für viele Athleten, konnte ihn nicht mehr umstimmen. Die Motivation war schlichtweg verschwunden.
Müller selbst äußerte sich in einer Aussendung: „Spaß und der so notwendige Antrieb sind mir zuletzt abhandengekommen. Darum hat es so keinen Sinn mehr.“ Er fügte hinzu, dass er sich nicht mehr vier Jahre bis zu den nächsten Winterspielen motivieren könne – „und das ist nun einmal das, was für uns Rodler tatsächlich zählt.“ Mit den Olympia-Medaillen habe er seinen Kindheitstraum erfüllt, so der Sportler.

Eine erfolgreiche karriere in neun jahren
Die Bilanz von Jonas Müller ist beeindruckend. Neun Weltcupsiege, 27 Podestplätze, zwei weitere Weltcupsiege mit der Staffel. Dazu WM-Silber, EM-Gold und eben das Olympia-Silber. Sein erster großer Titel gelang ihm 2016 bei der Junioren-EM. Im gleichen Jahr debütierte er im Weltcup. 2019 folgten WM-Gold im Sprint in Winterberg und 2020 WM-Silber in Sotschi über die olympische Distanz. Formprobleme führten dazu, dass er die Qualifikation für Olympia 2022 in Peking verpasste.

Die zukunft nach dem schlitten: berufliche neuorientierung im bundesheer
Was kommt nach dem aktiven Rodellaufen? Beruflich steht noch nichts fest. Als Heeressportler plant Müller nun gemeinsam mit dem Bundesheer seine nächsten Schritte. „Da gibt es die berufliche Bildung, für uns Sportler ist das natürlich extrem wichtig, dass man auch nach der Karriere eine Zukunft hat“, erklärte er. Sein Dank galt seinem Umfeld: „Ich hatte eine tolle Zeit mit großartigen Erfolgen und bin allen, die mich auf meinem Weg unterstützt haben, sehr dankbar.“
Der plötzliche Rücktritt von Jonas Müller hinterlässt eine Lücke im österreichischen Rodelsport. Ein Talent, das gerade erst sein volles Potenzial entfaltete, verlässt die Bühne – und das zu einem Zeitpunkt, an dem seine Expertise und Erfahrung besonders wertvoll gewesen wären. Die Frage bleibt, ob diese Entscheidung langfristig die Entwicklung des österreichischen Rodelsports beeinträchtigen wird.
