Saviola und gaitán brechen ihr schweigen: «rassismus-vorwurf zerstört das spiel»

41 Tage nach dem Champions-League-Kracher zwischen Benfica und Real Madrid sprechen zwei Insider Klartext. Javier Saviola und Nicolás Gaitán, einst Stars auf der Anfield Road, liefern im Interview mit MARCA ein schonungsloses Geständnis: Der Rassismus-Sturm um Vinícius Jr. und Gianluca Prestianni hat das Fußballspiel entführt.

«Wir verteidigen den fußball – nicht die lügen»

«Wir verteidigen den fußball – nicht die lügen»

Die Szene, die sich am 17. Februar 2026 in der 50. Minute im Estádio da Luz abspielte, dauerte drei Sekunden. Prestianni bedeckt den Mund, Vinícius reagiert empört, die Tribüne erfährt nur die Hälfte. «Nur die beiden wissen, was wirklich fiel», sagt Gaitán, dessen Stimme zwischen den Sätzen stockt. «Aber die Nachhall-Welle ist so groß, dass 50 000 Leute glauben, Richter spielen zu müssen.»

Saviola, der zwischen 2001 und 2007 selbst das Benfica-Trikot trug, schlägt mit der flachen Hand auf den Tisch. «Provokation ist keine neue Taktik, aber wenn ein Wort zur Waffe wird, verlieren wir alle.» Der Argentinier fordert eine «infield-Diplomatie»: Spieler sollen sich in hitzigen Momenten selbst bremsen, statt auf Social-Media-Hashtags zu warten. «Wenn die Pulsfrequenz bei 180 schlägt, ist der Zeitpunkt für Vorbild, nicht für PR-Kampagnen.»

Die beiden erinnern sich an Derbys, bei denen Schwalben und Fluchen zum Handwerk gehörten, aber niemand die Rassismus-Keule schwang. «Früher gab es nach dem Abpfiff Bier zusammen, heute gibt es Anwälte», sagt Gaitán. Die Folge: Ein einzelnes Wort überschattet Tore, Paraden, Taktik – kurz: den Sport. «Das Spiel war ein Fest, und am Ende redet nur noch ein Gerücht», moniert Saviola.

Benfica und Real Madrid haben intern Ermittlungen aufgenommen, doch bislang keine Beweise vorgelegt. Die UEFA leitet ein Verfahren, die brasilianische Botschaft in Lissabon fordert Aufklärung. Unterdessen verkauft sich Vinícius’ Kampagne «#Respeita» wie warme Semmeln. Gaitán hält dagegen: «Wir dürfen den Fußball nicht zur Bühne von Schuldzuweisungen machen.»

Am Rande des Benefizspiels gegen Borussia Dortmund, bei dem alte Rivalen zu Freunden wurden, fällt ein Satz, der nachhallt: «Wer den Ball liebt, der schützt auch das Spiel.» Saviola nickt: «Wenn wir nicht aufpassen, endet der Sport als Gerichtssaal.» 41 Tage reichen, um eine Karriere zu ruinieren – oder eine Kultur zu verändern. Die Uhr tickt, und der Fußball wartet darauf, dass endlich wieder gespielt wird.