San-siro-röhre donnert: milan rutscht, torino glüht – d'aversas auferstehung

Die Kurve beim 0:2 gegen Lazio war noch nicht abgeklungen, da schon das nächste Schreckgespenst: Samstag, 18 Uhr, San Siro – und ein Torino, das plötzlich wieder nach vorne schaut. Nach 29 sieglosen Jahren in Mailand reisen die Granata mit frischem Selbstbewusstsein an, denn seit Iván D'Aversa das Zepter übernahm, holte der Tabellen-14. sieben Punkte aus drei Spielen. Die rote Laterne? Vergiss die.

Allegri steht auf glühender platte

Massimiliano Allegri atmet tief durch. Der Traum von der Meisterschaft ist nach der Heimpleite gegen Lazio so gut wie begraben, die Konkurrenz aus Neapel vorbeigezogen. Nun droht sogar Platz drei. Rafael Leão, zuvor noch Hoffnungsträger, schimpfte sich nach seiner Auswechslung gegen Christian Pulisic in die Kabine – ein Eklat, der für Unruhe sorgt. Ohne den Portugiesen laut Statistik aber mehr Tore: 2,14 pro Spiel statt 1,32. Die Wetterlage: Over 0,5 bei 1,05, ein Witz für Wettfreunde.

Die Buchmacher sehen Milan trotzdem klar vorn: Sieg-Quote 1,42, Torino-Remis 4,95, Auswärtssieg 8,50 – eine 39 Jahre alte Fluch-Serie wiegt schwer. Doch die Formkurve des Toro zeigt nach oben, während die Rossoneri zwei der letzten vier Partien verloren. Die Under-2,5-Quote zwischen 1,97 und 2,04 verrät: Man rechnet mit einem Geduldsspiel, nicht mit einem Krimi.

Die zahlen, die das stadion beben lassen

Die zahlen, die das stadion beben lassen

Torino besitzt das zweitschwächste Auswärts-Angriffsbündnis der Liga (nur 11 Treffer), Milan die drittbeste Heim-Defensive. Trotzdem: Die letzten fünf Duelle endeten dreimal mit Over 2,5. Wer genau hinschaut, entdeckt Risse im Fassade der Favoriten. Duván Zapata lief am 8. Dezember in Turin noch 90 Minuten gegen Milan, traf in der Nachspielzeit fast den Siegtreffer. Nun will er im Norden endlich den Bann brechen.

Die Wetter-Botschaften sind eindeutig: Kein Tor-Spiel wird mit 1,78 favorisiert, ein Tor-Spiel kostet doppelt. Und weil der Trend der letzten Wochen lehrt, dass Milan ohne Leão manchmal freier auftritt, könnte genau dieser „Missing-Piece-Effekt“ die Wende markieren – nur eben nicht unbedingt für die Heimelf.

90 Minuten, eine Stadt am Limit, eine Saison am Scheideweg. Wenn die Sirene ertönt, zählt nur noch eins: Wer die Nerven behält, behält die Champions-League-Chance. Die Statistik sagt Milan, die Form sagt Torino. Der Rasen wird entscheiden – und vielleicht ein ehemaliger Lazio-Angreifer namens Zapata, der endlich Geschichte umschreiben will.