Runjaic packt aus: glück und kampf – udinese schlägt genoa 2:0

Kosta Runjaic stand kurz vor dem Abpfiff mit beiden Händen in den Taschen, die Schultern leicht nach vorn gezogen – ein Mann, der wusste, dass er gerade wieder einmal das Unmögliche möglich gemacht hatte. Udinese gewann beim Genoa 2:0, obwohl die Statistik lange Zeit nur rote Zahlen kannte. Die Bianconeri schossen zweimal und trafen zweimal. Der Rest war Wille, Glück und ein Trainer, der sich selbst nicht schont.

„Wir haben das glück erzwungen“

„Es war keine taktische Glanzleistung, es war ein Biss-Fest“, sagte Runjaic nach dem Spiel, die Stimme heiser vom Kommandieren. Er sprach mit dem Blick eines Mannes, der weiß, dass die Saison noch lange nicht gerettet ist, aber die Kurve zeigt nach oben. „Ich habe De Rossi gratuliert – sein Team hat uns 75 Minuten lang in der eigenen Hälfte eingesperrt. Dass wir trotzdem gewinnen, ist dem Zufall geschuldet, ja. Aber Glück ist nur dann dein Freund, wenn du es dir holst.“

Die Tore fielen nach Standards, beide Male aus zweiter Reihe, beide Male durch Jurgen Ekkelenkamp und Keinan Davis, der gerade noch mit Gelb-Rot hätte gehen können. Davis stand in der 78. Minute am Abgrund, doch das Foul an Thiaw wurde mit Gelb gepfiffen – eine Entscheidung, die die Kurve in Flammen hätte setzen können, wäre das Spiel in Genua gewesen.

Davis und zaniolo: zwischen suspendierung und selbstzweifel

Davis und zaniolo: zwischen suspendierung und selbstzweifel

Runjaic bestätigte, dass Nicolò Zaniolo nicht einmal auf der Bank saß. „Er wusste es vorher. Wir haben gesprochen. Für ihn zählt jetzt nur: arbeiten, trainieren, warten. Die italienische Nationalelf braucht ihn fit, das ist größer als jede Klub-Rangliste.“ Davis wiederum dürfte in der nächsten Woche gegen Monza fehlen – Gelb-Rot-Trickreichung. „Wir haben 14 Tage, um eine Lösung zu finden. Vielleicht spielt Success, vielleicht bringen wir Pereyra in die Spitze. Ich schließe nichts aus, außer Jammern.“

Die 50-Punkte-Marke ist das neue Ziel. „Nicht, weil wir träumen, sondern weil sie realistisch ist“, sagt Runjaic. Bei 38 Punkten aus 29 Spielen fehlen also noch zwölf Zähler. Die Rechnung ist einfach, die Gegner werden härter: Monza, Bologna, Roma, Milan. „Wenn wir gesund bleiben, haben wir eine Chance. Wenn nicht, werden wir trotzdem kämpfen. Das ist keine Philosophie, das ist Überlebensmodus.“

Und mit diesem Satz verlässt er den Mixed Zone-Bereich, geht Richtung Bus, dreht sich noch einmal um: „Guckt euch die Tabelle in zwei Wochen an. Dann wisst ihr, ob das Glück sich gelohnt hat.“