Saïd el mala packt aus: von der dritten liga zum bundesliga-star und eigenen sammelkarte
Ein Jahr ist es her, dass Saïd El Mala noch in der dritten Liga dribbelte. Jetzt steht der 21-Jährige auf der begehrtesten Panini-Platte Deutschlands, bejubelt von 50.000 Köln-Fans und gehandelt wie ein Pokémon auf Speed. Die neue Bundesliga Topps Chrome 2025/26 wirft ihn als Gesicht der Edition ins Rennen – und er lacht noch immer, als hätte jemand seinen Schulhof-Traum per Fax an die Realität geschickt.
Die kiste, die alles startete
„Klar, das war Ronaldo“, sagt El Mala und meint nicht Cristiano, sondern die alte WM-Album-Ronaldo-Karte, die er in der Pause nie kriegte. „Wir haben getradet bis die Finger blutig waren.“ Heute liegt sein eigenes Chrome-Relic in der Sonderfarbe Rot-Gold-Reflektor – 1:96 Packs. Preis auf Ebay: 349 Euro. „Verrückt, dass Leute für ein Stück Pappe mit meinem Gesell’ so viel zahlen. Meine Mum nimmt die Karte aber trotzdem lieber in den Bilderrahmen als mein Abi-Zeugnis.“
Der Sprung von der Regionalliga in die Nationalelf brennt sich nicht nur in die Oberschenkel, sondern auch in die Psyche. „Nach dem Freiburg-Tor hab ich erst mal geheult, dann mein Handy gecheckt – 317 WhatsApps, alle mit dem gleichen Screenshot: meine Karte bei Topps.“ Die Intensität? „Nach ’nem Samstag in der Bundesliga spüre ich den Montag bis Mittwoch. In der dritten Liga war ich am Montag wieder Fußball spielen.“

Bruder im fokus, nagelsmann im display
Bruder Malek, zwei Jahre jünger, sitzt neben ihm im Kölner Kabinenflur. Beide tragen dieselbe Frisur, dieselbe Spur von Köln-4711-Deo. „Wenn der sein Debüt feiert, kauf ich mir selbst eine Kiste und zieh mich als Side-Karte“, sagt Saïd. „Dann sind wir das erste Brüder-Paar im Chrome-Set seit den Boatengs.“
An dem Tag, als Julian Nagelsmann anrief, wollte er den Kontakt weglassen. „Stand ‚Bundestrainer‘, dachte: Prank-Call.“ Er nahm ab, hörte „Herr El Mala, Sie sind dabei“, und legte auf. „Dann rief er wieder, hab gefragt: ‚Sind Sie’s wirklich oder TikTok?‘“ Im Herzogwald-Training war es dann Jamal Musiala, der ihm die Schuhschnürsenkel band, als er sieben Mal den Dehn-Bogen verpasste. „Könnte kotzen vor Anspannung, aber die Jungs feiern dich trotzdem. Keiner fragt: Wer bist du? Die Frage ist nur: Wie schnell kannst du dribbeln?“

Die karten-jagd geht weiter
Trikottausch mit Kollegen? Längst gestartet. „Bayern-Auswärts-Top von Olise, Leipzig-Trikot von Xavi Simons – und mein Lieblingsstück: ein verschwitztes Hemd von Diaz, den ich nach dem 3:2 in Anfield getauscht hab. riecht noch nach Sieg.“ Seine eigene Karte steckt in einer magnetischen Hülle, direkt neben dem Rasierer im Badezimmer. „Damit ich morgens erinnert werde, dass der Tag kommen kann, an dem jemand die Karte für nen Kaffee eintauscht – dann weiß ich: Komm runter, du Affe.“
Die Chrome-Kollektion liefert 300 Base Cards, 100 Rookies und 50 Legends. Die Wahrscheinlichkeit, El Mala in Galaxy-Orange zu ziehen: 1:1 740. Trotzdem kaufen Kids in Köln Kisten auf Kredit. „Die kommen zum Training, 13 Jahre, Karte in der Hand, zittrige Stimme: ‚Unterschrift, bitte!‘ Ich unterschreibe, aber ich sage immer: Geh trainieren, sonst wirst du nie die deine.“
Topps Deutschland meldet Vorbestellungen plus 230 % gegen Vorjahr. Der Händler Müller droht mit leeren Regalen vor Pfingsten. Der Grund: Ein Junge aus Leverkusen, der vor zwölf Monaten noch Kreisliga spielte, ist jetzt der heißeste Rohstoff der Republik. Saïd El Mala lacht, zieht seine Mütze tiefer. „Hauptsache, ich bleib erstmal im Kader – dann kann ich nächstes Jahr vielleicht meine eigene Karte tauschen. Ziel: Cristiano. Der hat bestimmt schon meine.“
