Saarbrücken wirft wiesbaden raus und atmet auf: der 2:0-knaller, der den abstieg verhindern soll
Der Ludwigspark tobte, die Blau-Schwarzen lagen sich in den Armen: Mit einem 2:0 gegen Wehen Wiesbaden hat der 1. FC Saarbrücken am Dienstagabend die Rettungsleine gepackt – und sich selbst aus dem Sog der roten Zone gezogen. Nach dem Desaster von Schweinfurt war das kein Sieg, das war Notwehr.
May fliegt, multhaup trifft – und plötzlich ist alles anders
Der Ruck kam in der 31. Minute. Florian Pick zirkelte eine Ecke auf den kurzen Pfosten, Maurice Multhaup stieg höher als die komplette Wiesbadener Innenverteidigung – 1:0. Drei Minuten später war Niklas May schon auf dem Weg in die Kabine, nachdem er Kompagnon Langlitz mit einer Grätsche in zwei Hälften teilen wollte. Rot, Freiticket, Vorentscheidung.
In Unterzahl und mit dem Rücken zur Wand versuchten die Hessen noch, das Spiel zu retten, doch Saarbrücken ließ nicht mehr locker. Niko Bretschneider sorgte in der 81. Minute mit einem Gewaltschuss aus 20 Metern für die Entscheidung – ein Tor, das man im Ludwigspark noch jahrelang nachplaudern wird. Noah Brdar war nur noch Zuschauer.

Acht punkte vorsprung – aber die maschine tickt noch laut
Mit 32 Punkten auf dem Konto hat der FCS nun acht Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Klingt nach Luft, ist aber kein Grund zum Durchatmen. Denn die Englische Woche bringt den nächsten Stress: Sonntag in Duisburg, Mittwoch im Pokal. Wer denkt, jetzt sei alles gut, hat die 3. Liga nicht verstanden.
Die Fans jedenfalls haben sich zurückgemeldet. Nach dem Schweinfurt-Frust war der Ludwigspark am Dienstag wieder ein Wall der Lautstärke. Die Choreo vor dem Spiel: „Unsere Liebe stirbt nie“ – ein Seitenhieb auf die eigene Mannschaft, die in diesem Jahr erst zwei Siege aus acht Spielen holte. Jetzt ist der zweite da. Und er schmeckt nach mehr.
Der FCS hat gezeigt, dass er kann, wenn er will. Die Frage ist nur: Will er das auch am Sonntag in Duisburg? Denn da wird kein May fliegen, und kein Bretschneider wird einfach mal so abdrehen. Da wird gekämpft, gezwickt und gegrabbelt. Und Saarbrücken muss mitspielen, sonst war der Dienstag nur ein Strohfeuer.
