Roony bardghji wartet auf seine chance – yamal blockiert den traum
615 Minuten. 22 Einsätze. Nur sieben Mal in der Startelf. Roony Bardghji sitzt beim FC Barcelona auf der hintersten Bank, obwohl er spielen will, muss, soll. Der schwedische Außenstürmer kam im Sommer voller Tatendrang, doch Lamine Yamal, 17 Jahre alt und schon Weltstar, versperrt ihm den Weg.
„Ich bin geduldig, aber ich hätte mehr vertrauen verdient“
Bardghji spricht offen mit Sveriges Television. Kein Flüchten, kein Beschönigen. „Ich bin nicht hundertprozentig glücklich“, sagt er und streicht sich durch das noch jugendliche Haar. Der 20-Jährige liefert in der Supercopa zwei Vorlagen und ein Tor gegen Athletic, trotzdem rückt er nicht vor. Flick lobt ihn in Pressekonferenzen, bringt ihn aber nur, wenn Yamal mal Pause hat. Die Zahl nagt an ihm: 615 von 3.420 möglichen Minuten. Das sind gerade mal 18 Prozent.
Der Vertrag läuft bis 2029, ein Zeichen des Vertrauens, das sich bislang nicht in Spielzeit übersetzt. Bardghji schlägt keine Haken. „Ich respektiere die Jungs, die schon länger hier sind. Aber ich kenne meine Qualität.“ Seine Worte klingen wie ein leises Ultimatum an sich selbst: warten, arbeiten, zuschlagen, wenn der Moment kommt.

Der traum kostet geduld – und kostet ihn kostbare entwicklungszeit
Barça zahlt für diese Geduldsprobe mit der Zukunft eines Eigengewächses. Bardghjis Marktwert stagniert, seine Konkurrenz spielt sich in Titelkämpfe und Nationalteam hinein. Der Klub könnte bald vor der Frage stehen: Weiterhoffen oder ziehen lassen? Die Antwort steht in der Luft von Montjuïc, wo die Tribüne schon mal seinen Namen ruft, wenn Yamal mal dribbelt statt passt.
Am Ende bleibt ein Satz, der wie ein Mantra klingt: „Ich wusste, dass es schwer wird.“ Fürs erste reicht das. Doch bald muss der Platz auf dem Rasen folgen, sonst wird der Traum vom Camp-Nou-Spotlight zur Geduldsfalle. Und Geduld ist im Profifußball ein Gut mit Verfallsdatum.
