Barça landet isländischen rückraum-tank: smarason kommt für drei jahre
Der FC Barcelona schlägt zu. Janus Dadi Smarason wechselt vom ungarischen Top-Klub OTP Bank-Pick Szeged an die Costa Brava und unterschreibt bis 2029. Der 31-jährige isländische Nationalmannschafts-Kreisläufer soll die Lücke füllen, die Dome Makuc hinterlässt, wenn der Slowake im Sommer zu Handball-Bulldoggen THW Kiel abwandert.
Ein kreis, der sich schließt: von reykjavik über göppingen nach barcelona
Smarason’ Vita liest sich wie eine Europakarte des modernen Handballs. 2017 pflückte ihn Aalborg Håndbold aus der isländischen Heimat, drei Jahre später ging’s zu Frisch Auf Göppingen in die Bundesliga. Kolstad Trondheim, SC Magdeburg, Szeged – immerhin vier Länder, fünf Klubs, ein Stil: körperbetont, laut, unbequem. Mit 1,84 m und 98 kg bringt er genau das mit, was Barça-Coach Carlos Ortega in der défense sieht: einen Schalker, der den Gegner physisch aus dem Konzept bringt.
Die Zahlen sprechen für sich: 72 Treffer im EHF-Cup 2023/24, 58 Prozent Wurfquote, dazu 34 Strafminuten – kein netter Bursche, ein Winner. Gemeinsam mit Viktor Hallgrímsson holte er im Januar Platz vier bei der EURO, Islands bestes Ergebnis seit 2008. Beide werden künftig im Palau Blaugrana nebeneinanderstehen – ein kleines Nordland-Duo mitten im Mediterraneo.

„Kein zögern, als der telefon klingelte“
Smarason selbst gibt sich in der Club-Videobotschaft fast schon bescheiden: „Barça ist der größte Klub der Welt. Für mich als Spieler ist das eine Ehre.“ Doch dahinter steckt Strategie. Barça verliert mit Makuc einen Spielmacher, gewinnt mit dem Isländer aber eine andere Qualität: Zweikampfstärke, Tempo nach Ballgewinn, eine Art lebende Mauer im 5-1-System. Der Vertrag läuft bis 2029 – eine klare Ansage, dass die Katalanen wieder langfristig planen.
Mit Sergey Hernández kam bereits der spanische Nationaltorwart für die neue Saison. Emil Nielsen zieht es nach Paris, Smarason übernimmt dessen Kampfgeist. Die Blaugrana investieren nicht einfach, sie schmieden eine neue DNA: schneller, härter, nordischer.
Der Countdown läuft. Am 30. Juni fliegt Smarason aus Szeged nach Barcelona, am 1. Juli beginnt die Vorbereitung. Wenn die Champions-League-Saison 2026/27 startet, wird er nicht mehr als Neuzugang gelten, sondern als Anführer einer Abwehr, die den Titel zurück nach Katalonien holen will. Die Mission ist klar: Titel Nummer 11. Und er hat drei Jahre Zeit, sie zu erfüllen.
