Ronaldo-debatte eskaliert: kann portugals superstar noch liefern?
Die Diskussion um Cristiano Ronaldo tobt weiter – und das kurz vor Portugals entscheidendem Gruppenspiel gegen Usbekistan. Während Experten Zweifel an seiner Form und seinem taktischen Wert äußern, schwören seine Teamkollegen auf seine Bedeutung. Doch was steckt wirklich hinter der turbulenten Stimmung im portugiesischen Lager?
Die stimmen der kritiker werden lauter
Nach dem müden 1:1 gegen die DR Kongo sind die Stimmen, die Ronaldos Einsatz in Frage stellen, ohrenbetäubend. Thierry Henry, der französische TV-Experte, warf dem Superstar blanken Egoismus vor, während Kevin-Prince Boateng im australischen Fernsehen sogar meinte, Portugal sei ohne Ronaldo eine „bessere Mannschaft“. Auch Christian Streich, Trainer der Bundesliga-Mannschaft Freiburg, deutete an, dass er aus taktischen Gründen auf den fünfmaligen Weltfußballer verzichten würde. Und Christoph Kramer mutmaßte, dass viele portugiesische Nationalspieler ihn insgeheim lieber ohne Ronaldo auf dem Platz sehen würden.
Der Shitstorm in den sozialen Medien wurde durch einen angeblichen Instagram-Kommentar der Freundin von Neves, Madalena Aragao, angeheizt, die Ronaldo als „eigensinnig“ bezeichnet haben soll. Ob der Kommentar echt war oder nicht, ist umstritten, doch er trug zusätzlich zur ohnehin angespannten Atmosphäre bei. Sogar Ronaldos Schwestern mussten sich im Netz zu Wort melden, um die Situation zu kommentieren.

Die reaktion des teams: zusammenhalt statt kritik
Doch während die Experten und die Social-Media-Nutzer sich in hitzigen Debatten verlieren, zeigt das portugiesische Team geschlossenheit. „Wenn ihr mit uns rudern wollt, dann rudern wir. Das Boot wird nicht kentern“, erklärte Außenverteidiger Diogo Dalot und betonte: „Wir sitzen alle im selben Boot. Gemeinsam sind wir stark.“ Auch Nationaltrainer Roberto Martínez verteidigte seine Entscheidung, Ronaldo im Sturmzentrum aufzustellen: „Wenn man Tore benötigt, muss man Cristiano Ronaldo auf dem Platz haben.“ Die Worte sind ein klares Signal an die Außenwelt: Das Team steht hinter seinem Superstar, egal was andere sagen.
Neves versuchte nach dem ersten Spiel, Ronaldos Rolle herunterzuspielen, was seinen Teamkollegen offenbar missfiel und einen weiteren Eklat auslöste. Die Frage, ob Ronaldos Einsatz für Portugal nun Segen oder Fluch ist, wird am Dienstag gegen Usbekistan beantwortet. Es ist das letzte Spiel, um die Zweifel der Kritiker zu zerstreuen und einen entscheidenden Schritt in Richtung K.o.-Runde zu machen.
Dass Ronaldo, der seit zehn Spielen bei WM und EM auf einen Turniertreffer wartet, in dieser Partie in der Startelf stehen wird, scheint dennoch sicher. Sein sechster und vermutlich letzter WM-Auftritt bietet ihm die Chance, Geschichte zu schreiben – oder sich endgültig als vermeintliche Belastung für die portugiesische Nationalmannschaft zu entpuppen. Die Welt blickt gespannt zu.
