Modrić unter druck: kann der maestro sein 200. länderspiel retten?

Toronto – Luka Modrić, die kroatische Fußballlegende, steht vor dem 200. Länderspiel in seiner Karriere unter enormem Druck. Nach einer enttäuschenden Vorstellung beim WM-Auftakt gegen England droht für Kroatien im schlimmsten Fall das vorzeitige Ausscheiden aus dem Turnier. Die Frage, die in Kroatien derzeit heiß diskutiert wird: Kann der „Fußballgott“ seine Leistung abrufen und sein Team vor dem Abgrund bewahren?

Die schatten des wm-auftakts

Die Erinnerung an das Spiel gegen England ist noch frisch. Modrić, der unangefochtene Dreh- und Angelpunkt der kroatischen Nationalmannschaft, wirkte nicht wie der Maestro, den wir kennen. Ein unglücklicher Elfmeter in der neunten Minute, der zu einem 0:1 führte, und eine insgesamt blasse Leistung führten zu seiner Auswechslung in der 58. Minute. Die kroatische Presse ist gespalten: Während einige seine Verdienste hervorheben, fordern andere eine Veränderung in der Startelf. Die Zeitung 24sata ließ ihre Leser sogar abstimmen, ob Modrić überhaupt in der Anfangsformation stehen sollte.

„Wir müssen das hinter uns lassen, wir haben noch zwei Spiele vor uns. Ich bin mir sicher, dass es besser laufen wird und dass wir hier unser Mindestziel erreichen werden“, erklärte Modrić kämpferisch. Doch die Zweifel bleiben. „Man sieht, dass Luka leidet, er will, aber er kann nicht mehr so wie früher“, schreibt Jutarnji list, was die Sorge vieler kroatischer Fans widerspiegelt.

Ein mythos bröckelt?

Ein mythos bröckelt?

Es ist kein Geheimnis, dass Modrić nicht mehr der Jüngste ist. Mit 38 Jahren steht er vor seiner fünften und potenziell letzten Weltmeisterschaft. Der Mythos des unantastbaren Spielmachers, der Kroatien über Jahre hinweg dominiert hat, scheint plötzlich zu bröckeln. Vor acht Jahren sorgten noch andere Kontroversen – seine Rolle im Prozess gegen den ehemaligen Fußballpaten Zdravko Mamić – für Schlagzeilen. Doch im Vergleich dazu verblasst das aktuelle Problem: Kann Modrić, angesichts seines Alters, immer noch die entscheidende Qualität liefern, die sein Team benötigt?

Trainer Zlatko Dalić scheint dennoch zu vertrauen: „Gott sei Dank ist er noch bei uns.“ Und tatsächlich hat sich Modrić diesen Respekt verdient. Er führte sein Land 2018 ins WM-Finale und 2022 auf Platz drei. Doch die Uhr tickt. Sollte Kroatien gegen Panama verlieren und Ghana gleichzeitig ein Unentschieden gegen England erreichen, wäre das Turnier für Kroatien bereits beendet.

Die Erinnerungen an die enttäuschende EM 2020, bei der die „Altherrenriege“ um Perisic, Kramaric und Kovacic weit hinter den Erwartungen zurückblieb, sind noch präsent. Doch alles ruht auf den Schultern von Luka Modrić, der kroatischen Fußballseele, die nun nach einer Rettung sucht. Die Hoffnung stirbt zuletzt – und viele in Kroatien glauben, dass Modrić seinen „letzten Tanz“ stilvoll gestalten wird.

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