Roma vs bologna: italiano zieht die bremse – „kein favorit, nur 51:49“
Die Stimme klang wie ein Seitenhieb, der ins Ohr klingt. „Gian Piero Gasperini sagt, Roma sei nicht favorisiert? Schön für ihn. Aber sie sind uns überlegen, das 1:1 bringt niemandem einen Vorteil“, erklärte Vincenzo Italiano am Vorabend des Rückspiels im Olimpico. Mit diesen Worten schickt der Coach des Bologna FC seine Mannschaft in die Glut von 60.000 Römern – und zugleich in ein Spiel, das für Italiano längst zur Visitenkarte seiner Karriere geworden ist.
Italiano baut seine europa-maschine um
Er wird rotieren. Groß. Zehn neue Gesichter stehen in der Startelf, vielleicht nur neun, wenn sich Vitik und Heggem im letzten Training noch duellieren. Skorupski? Fehlt. Der polnische Nummer-eins-Keeper zog sich einen Riss im Oberschenkel zu, Federico Ravaglia – geboren in Bologna, ausgebildet im Verein – darf gegen seinen Jugendclub ran. „Eine besondere Emotion“, sagt der 26-Jährige, „aber das Spiel zählt für alle, nicht nur für mich.“
Die Rotation ist kein Luxus, sie ist System. Nach dem 1:1 im Hinspiel hat Italiano nur eine Devise: Tempo, Qualität, Intensität „auf exorbitantem Niveau“. Seine Zahlen sprechen für ihn: Fünf Auswärtssiege in Serie, vier Siege in der Europa League fern von der Dall’Ara, acht Tore in vier Spielen – Bolognas Reisedress ist längst zur Kampfuniform geworden.

Gasperinis etiketten-zerrer und die 51:49-wahrheit
Gasperini hatte vor Tagen behauptet, „kein Favorit“ zu sein. Italiano lachte trocken: „Ich bestätige meine Prognose von 51 % für Roma und 49 % für uns.“ Dahinter steckt mehr als eine PR-Floskel. In seinem Kopf hat er die Sequenzen durchgespielt: Drei Endspiele mit der Fiorentina, das Conference-League-Halbfinale gegen Brann, nun das Olimpico. „Wir haben uns vorgenommen, im März noch dabei zu sein – und wir sind dabei“, sagt er und klingt dabei wie ein Mann, der weiß, dass seine Mannschaft schon längst die Playoffs der Gedanken gewonnen hat.
Die Roma? „Heißes Pflaster, Insel, Ingo, Curva Sud – wir sind geimpft“, sagt Italiano und meint: Kein Theater, kein Lärm, kein Schiri-Gezeter wird sie aus dem Konzept bringen. Dafür hat er Bernardeschi, Castro und Rowe aufgeboten – ein Trident, das in der Lage ist, mit einem Konter den Olimpico zum Schweigen zu bringen.
Elfmeter? „Werden wir uns ansehen“, sagt Ravaglia schmunzelnd. Italiano ist schon einen Schritt weiter: „Ob 90 oder 120 Minuten – wir wollen die ersten 90 dominieren.“
Bologna hat nichts zu verlieren außer der Chance, weiterzumachen. Und genau das macht sie gefährlich. Die Maschine rollt – und sie rollt Richtung Viertelfinale.
