Roma versinkt im chaos: aus europa, fans wütend – bologna plant das viertelfinale
Ein Monat ohne Sieg, ein Aufstand der Kurve, ein Aus in der Europa League – die Roma ist am 20. März gegen Bologna in die Tiefe gestürzt. In einem irrwitzigen Achtelfinal-Krimi drehte der Underdog nach 120 Minuten das 2:0 der Roma und schickte die Hausherren mit 4:3 ins Leere.
Gasperini sprach danach so, wie seine Mannschaft spielte: zwischen Selbstvertrauen und Selbstzerfleischung. „Wir haben das Beste und das Schlechteste von uns gesehen“, sagte er. Das Beste war der Auftritt nach der Pause, das Schlechteste die individuelle Fehlerkette, die Bologna wieder ins Spiel brachte. Der Coach nannte es beim Namen: „Wir haben bei jedem Gegentor individuelle Fehler gemacht.“
Die wahrheit hinter dem kollaps
Doch die Fehler sind nur die Spitze des Eisbergs. Dybala fehlt seit Wochen, Soulé sitzt im Trainingslager mit Muskelproblemen fest. Ohne ihre Kreativität wirkt die Roma wie ein Uhrwerk ohne Zahnrad. Gasperini rechnete offen vor: „Im Hinrunde hatte ich Dybala, Ferguson, Soulé – heute habe ich nur Malen und Hoffnung.“ Der Niederländer lieferte, aber er kann kein ganzes System tragen.
Die Statistik lügt nicht: Seit dem 20. Februar wartet die Roma auf einen Dreier, in dieser Phase kassierte sie zwölf Gegentore in fünf Spielen. Die einst beste Abwehr der Gruppenphase wirkte gegen Bologna wie ein Flickenteppich. Cristante gestand: „Wir haben Konzentration vermissen lassen, das tut weh.“ Pellegrini fügte hinzu: „Die Enttäuschung ist riesig, wir haben alles versucht und doch nichts geholt.“

Bologna spielt die rolle des brutalen realisten
Während in Rom der Himmel dunkel wird, strahlt Vincenzo Italiano. Sein Bologna überstand Hitze, Buhrufe und die anfängliche Roma-Dominanz. „In diesem Stadion und bei diesem Klima zu gewinnen, ist eine kleine Sensation“, sagte er. Der Joker Cambiaghi traf in der 115. Minute – ein Einwechselspieler besiegt eine ganze Stadt.
Italiano hatte schon vor Monaten gewarnt: Die Europa League zehrt Kraft und Punkte. Nun steht Bologna als Achter der Serie A im Viertelfinale gegen Aston Villa. „Alle verbliebenen Teams haben ein größeres Logo als wir“, sagte er mit einem Grinsen, „trotzdem stehen wir noch.“
Für die Roma bleibt ein Frühjahr ohne Europa, ohne Dybala, ohne Plan. Die Fans pfiffen, die Spieler starrten leer, und Gasperini musste einräumen: „Wir fehlen an Spielern mit bestimmten Eigenschaften – das wird uns noch länger begleiten.“ Die Meisterschaft ruft, aber wer soll antworten?
