Rocchi-skandal erschüttert den italienischen fußball: ermittlungen wegen sportbetrugs
Ein Erdbeben erschüttert den italienischen Fußball: Gegen Gianluca Rocchi, den designierten Schiedsrichter für Serie A und Serie B, wird von der Mailänder Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der „Komplizenschaft bei Sportbetrug“ ermittelt. Der Fall wirft einen dunklen Schatten auf die anstehende Saison und droht, das Vertrauen in die Integrität des italienischen Fußballs nachhaltig zu beschädigen.
Die vorwürfe: bevorzugung des inter mailand?
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Verdacht, dass Rocchi Schiedsrichter ausgewählt haben soll, die dem Inter Mailand „geneigter“ waren. Diese Behauptung, die von der Nachrichtenagentur AGI verbreitet wurde, hat sofort Alarm geschlagen und den Verein ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt – obwohl Inter selbst nicht als Beschuldigter gilt. Der Club beteuert jegliche Beteiligung an unlauteren Machenschaften zu verneinen.
Doch die Ironie der Situation ist kaum zu übersehen: Die Spiele, die nun unter die Lupe genommen werden, waren für Inter keineswegs ein Selbstläufer. La Gazzetta dello Sport brachte es auf den Punkt: Die kontroversen Entscheidungen fielen in Partien, die für Inter äußerst ungünstig ausgingen.

Schwarze wochen für inzaghis team: bologna und milan
Im Fokus der Ermittlungen stehen insbesondere zwei Schlüsselspiele der vergangenen Saison: das Spiel Bologna gegen Inter am 20. April 2025, das mit einem knappen 1:0-Sieg für Bologna endete, und das Rückspiel des Coppa Italia-Halbfinales zwischen Inter und Milan am 23. April 2025, das Inter mit 0:3 unterlag. Zwei Niederlagen innerhalb von vier Tagen, die Inter eine schwere Saison bescherten.
Im Bologna-Spiel fiel die umstrittene Entscheidung, ein Freistoß für Bologna zu geben, der zu einem sehenswerten Fallrückzieher von Riccardo Orsolini führte. Die Inter-Fans waren überzeugt, dass Miranda zuvor um einige Meter weiter vorne stand. Der Schiedsrichter dieses Spiels, Andrea Colombo, gehört ebenfalls zu den Beschuldigten. Im Derbyspiel gegen Milan traf Inter auf Daniele Doveri, einen weiteren Schiedsrichter, der im Visier der Ermittlungen steht. Die Behauptung lautet, seine Ansetzung habe darauf abgezielt, ihn von einer möglichen Finalteilnahme fernzuhalten. Das Ergebnis: Eine deutliche 0:3-Niederlage für Inter und das Aus im Coppa Italia.

Bastoni im fokus und der fall udinese-parma
Neben den Spielen gegen Bologna und Milan steht auch ein Vorfall aus dem Januar 2024 im Fokus, bei dem Inter gegen Verona spielte. Alessandro Bastoni wurde wegen eines Ellenbogenschubs gegen Ondrej Duda kritisiert. Die Diskussion zwischen Schiedsrichter und VAR führte zu der Bemerkung: „Aber pfeift doch, verdammt noch mal!“ Dieser Satz hat nun wieder an Aufmerksamkeit gewonnen und nährt weiterhin Spekulationen um Bastonis Rolle.
Die Ermittlungen gehen jedoch über Inter hinaus. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Spiel Udinese gegen Parma vom 1. März 2025. Hier wird untersucht, ob Rocchi unrechtmäßig in eine VAR-Überprüfung wegen eines möglichen Handelfmeters eingegriffen hat, indem er angeblich gegen das Fenster des VAR-Raums in Lissone schlug, um die Schiedsrichter zu beeinflussen. Auch der VAR-Supervisor Andrea Gervasoni gerät in den Verdacht.
Rocchi verteidigt sich: „ich werde mich wehren“
Rocchi selbst beteuert seine Unschuld und kündigte an, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen. Er hat sich vorsorglich von seinen Aufgaben als Schiedsrichterdesignator suspendiert, um sich den Ermittlungen zu stellen. Der Fall ist ein weiterer Schlag für den italienischen Fußball, der bereits durch den „Caso Negreira“ im spanischen Fußball belastet ist. Während die juristischen Aspekte unterschiedlich sind, ist das Grundproblem dasselbe: der Verdacht der Einflussnahme auf Schiedsrichterentscheidungen.
Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat damit eine Untersuchung eingeleitet, deren Ausgang die Zukunft des italienischen Fußballs nachhaltig prägen könnte. Ob Rocchi die Vorwürfe widerlegen kann oder ob der italienische Fußball einen weiteren Tiefpunkt erreicht, bleibt abzuwarten.
