Riesa schreibt pokalmärchen: stahl wirft plauen raus und träumt vom finale
Der Sechstligist BSG Stahl Riesa hat den Oberligisten VFC Plauen mit 2:1 aus dem Sachsenpokal geschmissen. 1065 Fans in der Feralpi Arena erlebten einen Underdog-Sieg, der sich nicht durch Taktik, sondern durch pure Leidenschaft erklären lässt.
Blitzstart und späte nerven
Marlon Kost nickte schon nach sieben Minuten die Führung – eine Ecke, ein Gedränge, ein Kopfball aus zwei Metern. Plauen wirkte wie angeschossen, Riesa spielte befreit auf. Die 2:0-Vorentscheidung folgte in der 71. Minute: Jaroslav Benda nahm einen Querschläger volley, der Ball raste unter die Latte. Erst danach kam der VFC auf: Tyron Haake staubte nach einem langen Freistoß zum 1:2 ab, doch die Riesaer stemmten sich mit letzter Kraft dagegen. Nach Gelb-Rot für Marcel Fricke (88.) verteidigten sie mit zehn Mann das Kunststück – und buchten das Halbfinale.

Warum das spiel mehr ist als nur ein ergebnis
Für Riesa ist der Pokal ein Rettungsanker. In der Sachsenliga hängt die Mannschaft im Mittelfeld fest, die Kasse ist leer, Sponsoren steigen aus. Jetzt droht dem Verein der finale Kollaps – oder das Finale im Stadion. Denn der Gewinner des Sachsenpokals rückt in die 3. Liga nach, und das würde die Lizenzprobleme lösen. Trainer Maik Walther sagte nach Abpfiff nur: „Wir haben nichts zu verlieren, außer unseren Traum.“
Derweil muss Chemnitz zittern. Beim 1:0 über Grimma rettete Dejan Bozic mit einem späten Kopfball den Favoriten, doch die Leistung war holprig. Grimmas Trainer Marcus Dörfer hatte seine Elf perfekt eingestellt: tief, kompakt, mit schnellen Kontern. Erst nach dem Wechsel bekam der CFC die Kurve, doch zwei Großchancen der Gastgeber hätten die Sensation perfekt gemacht. Jetzt wartet im Halbfinale womöglich das nächste Schlachtfest – gegen den Underdog aus Riesa.
Die Auslosung am Sonntag bestimmt, ob der Pokal das kleine Finale zwischen David und Goliath liefert. Eines steht fest: Stahl Riesa spielt nicht mehr nur mit dem Ball, sondern mit dem Schicksal des ganzen Vereins. Und das macht jeden weiteren Schritt zu einem Drama, das kein Drehbuchautor besser schreiben könnte.
