Malinin rächt olympia-fiasko mit triple-wm-gold in prag

Ilia Malinin hat die Schmach von Mailand weggewischt – mit fünf Vierfachsprüngen und dem lautesten Kriegsgebrüll, das die O2 Arena je gehört hat. 329,40 Punkte bedeuten Triple-Gold, Rekord und Befreiung in einem.

Der „quad-gott“ schlägt zurück

Sechs Wochen nach seinem Kür-Crash auf Olympia war der 21-jährige US-Boy gestern kein Mensch, sondern ein Geschoss. Schon vor dem letzten Spin drehte er die Faust, als wolle er dem Eis die Faust zeigen – dann knallte der Salto raus, die 21.000 Zuschauer explodierten, und Malinin brüllte sich die Lunge aus dem Leib. „Ich bin ohne Plan B gefahren“, sagte er hinterher, „nur mit Plan Ilia.“

Yuma Kagiyama wurde mit 306,67 Punkten zum zweiten Mal in Serie Vize-Weltmeister – und wirkte wie ein netter Gast, der versehentlich in die falsche Show geraten ist. Shun Sato (288,54) holte Bronze für Japan, doch die Geschichte trug nur einen Namen.

Deutschland? Genrikh Gartung lief in seinem WM-Debüt 192,31 Punkte zusammen – Platz 24, keine Achterbahn, nur ein Lehrgang. Der 19-jährige Berliner war sichtlich erleichtert, als die Musik verklang, doch die Medaillenränge bleiben für deutsche Herren ein Fernduell.

Das zahlenwerk, das alles erklärt

Das zahlenwerk, das alles erklärt

111,29 Punkte im Kurzprogramm – persönlicher Bestwert. Fünf saubere Quad-Sprünge in der Kür. Null Stürze. Das ist keine Statistik, das ist ein Statement. Wer 21 ist und schon dreimal Weltmeister ist, der schreibt seine eigene Tabelle.

Olympiasieger Michail Schaidorow fehlte in Prag – der Kasache schont sich für die nächste Saison. Für Malinin spielt das keine Rolle. „Mailand ist gelöscht“, sagte er, „jetzt geht’s um 2027.“

Die Eiskunstlauf-Welt hat ihren Revanchisten. Und der hat gerade erst angefangen zu fliegen.