Malinin rächt sich in prag: gold nach olympia-desaster
Sechs Wochen nach dem
Sturz in Mailand fegte Ilia Malinin die Eisfläche von Prag. 329,40 Punkte. Dritter WM-Titel. Keine Tränen, keine Entschuldigungen – nur ein Schrei, der durch die O2 Arena raste.Der „quad-gott“ zieht die korken
Der 21-jährige US-Amerikaner hatte im Februar noch die olympische Kür versenkt, landete dort auf dem achten Rang. Nun schraubte er sich in der Goldenen Stadt mit fünf Vierfachsprüngen und einem Rückwärtssalto in die Geschichtsbücher. Yuma Kagiyama (306,67) und Shun Sato (288,54) schauten zu, wie Malinins Fäuste sich ballten und die Konkurrenz abhängte.
Genrikh Gartung, Deutschlands Debütant, blieb bei 192,31 Punkten und Rang 24. Der frisch gebackene olympische Champion Michail Schaidorow fehlte komplett – verletzt, abgemeldet, außer Sicht. Für deutsche Fans war das Podium damit schon vor der Kürfreude klar: Malinin oder niemand.

Das publikum spürte die befreiung
„Ich bin ohne große Erwartungen hier“, sagte Malinin nach dem Kurzprogramm, das er mit 111,29 Punkten bereits angezapft hatte. Die Arena glaubte ihm kein Wort. Zu sehr zitterte die Luft, als er sich für die Kür in Position brachte. Dann die erste Kombination, dann der Rückwärtssalto, dann der Jubel – Olympias Schatten zerfiel unter seinen Kufen.
Die Zahl 329,40 mag kühl wirken. Doch dahinter steckt ein Athlet, der sich selbst als „nur menschlich“ bezeichnete, nachdem er in Mailand den Salto versiebte. Prag war die Antwort, nicht mit Worten, sondern mit Sprüngen.
Triple-Titel, Triple-Druck, Triple-Erlösung. Malinin blickt nach vorn – und die Eiskunstlauf-Welt schaut mit. Die nächste Olympiade rückt näher. In Prag hat er bewiesen: Der „Quad-Gott“ kann auch einfach nur fliegen.
