Casper mortensen fliegt nach 17 jahren zurück – als spielertrainer in die 2. liga

Der dänische Nationalspieler verabschiedet sich vom HSV Hamburg und lässt 17 Jahre Ausland hinter sich. Sein Ziel: HC Kopenhagen – eine Fusion aus Frederiksberg IF und Ajax, aktuell Tabellendritter der dänischen 2. Handball-Liga. Der Olympiasieger unterschreibt einen Vertrag über drei Jahre und übernimmt sofort das Co-Training.

Mortensen kehrt zu seinen wurzeln zurück

2007 verließ er Frederiksberg IF als 19-Jähriger, nun ist er 36 und kehrt zurück – nicht als Star auf Abruf, sondern als Projektleiter. „Ich war siebzehn Jahre unterwegs, habe aber nie vergessen, wo ich herkomme“, sagt Mortensen. Die Entscheidung fiel bereits im Winter, als klar war, dass der HSV seinen Vertrag nicht verlängert. Statt in die 1. Liga zu wechseln, wählte er den Abstecher in die Provinz. Dort, wo einst alles begann, soll nun alles neu beginnen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 13 Jahre spielte Mortensen für FIF und Ajax, bevor er 2015 nach Deutschland wechselte. In Hamburg war er Teil des Kaders, der 2021 die Teilnahme an der EHF European League schaffte. Nun also der Schritt zurück – nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch. Als Spielertrainer wird er die Mannschaft auf- und neben dem Platz führen. „Es ist mir schon immer natürlich gefallen, meine Führungsqualitäten einzusetzen“, sagt er. Die Aufgabe erfüllt ihn mit Demut – ein Wort, das sonst eher selten im Munde von Weltmeistern fällt.

Der klub bangt noch um den klassenerhalt

Der klub bangt noch um den klassenerhalt

HC Kopenhagen ist kein großer Klub, sondern ein Zusammenschluss aus zwei traditionsreichen Vereinen, die sich 2025 zusammenschlossen. Aktuell steht das Team auf dem 12. Platz – nur zwei Punkte vor dem Abstiegsplatz. Die Saison ist noch nicht gerettet, und Mortensen wird erst im Sommer eingreifen können. Bis dahin muss der Klub mit dem jetzigen Kader zurechtkommen. Die Fans hoffen, dass die Nachricht über die Verpflichtung des Nationalhelden genug Auftrieb liefert, um die restlichen Spiele zu überstehen.

Ein ähnliches Projekt wagte bereits Hans Lindberg. Der Rekordtorschütze der Bundesliga verließ 2024 die Füchse Berlin und heuerte bei HÖJ Elite an. Auch dort geht es um den Klassenerhalt in der Eliteliga. Lindberg und Mortensen – einst Teamkollegen in der dänischen Nationalmannschaft, nun beide in der zweiten Liga. Die Parallele ist nicht zufällig. Für viele Spieler über 35 ist der Wechsel in die Heimat keine Rückkehr in die große Bühne, sondern ein Neuanfang in der Provinz. Mortensen aber sieht darin keine Demontage, sondern eine Mission.

„Wir sind überzeugt, dass Casper mit seiner Erfahrung den HC Kopenhagen auf die nächste Stufe heben wird“, sagt Sportdirektor Thomas Schou. Die nächste Stufe – das ist nicht die Champions League, sondern die Ligaerhaltung. Und dann vielleicht der Aufstieg. Mortensen wird nicht nur spielen, sondern auch coachen. Er wird Taktik erklären, junge Spieler anleiten und dabei selbst noch Tore werfen. Ein Hybrid aus Mentor und Mittelstürmer. Die dänische Handball-Legende wird nicht nur Teil des Projekts – sie wird zum Gesicht des Projekts.

Die Entscheidung ist gefallen, der Vertrag unterschrieben. Mortensen wird nicht mehr in der Bundesliga auftreten, aber in der zweiten Liga Dänemarks. Kein Abstieg, sondern ein bewusster Schritt nach vorn. Wer 17 Jahre im Ausland war, weiß: Manchmal muss man zurück, um weiterzukommen. Und vielleicht ist das der größte Sieg – nicht der Titel, sondern die Rückkehr.