Bayern-frauen schalten derby-modus aus und sparen sich für united

Kein Spektakel, nur Pflicht erfüllt: Die FC-Bayern-Frauen haben das bayerische Derby gegen den 1. FC Nürnberg mit 2:0 abgehakt und dabei kräftig gedreht – am Rad. Sieben Positionen veränderte Trainer José Barcala, ließ Pernille Harder erst mal duschen und schonte Maria Luisa Grohs für den Champions-League-Kracher gegen Manchester United. Die Wirkung: kein Biss, viel Ballbesitz, späte Tore. Edna Imade schob nach einer Ecke zur Führung, Natalia Padilla-Bidas machte in der 80. Minute den Deckel drauf. Fertig, Weitergehen.

Der vorsprung wächst, der gegner wartet

Der 20. Sieg im 21. Spiel bedeutet 14 Punkte Vorsprung auf Wolfsburg – die Meisterschaft ist so gut wie gelaufen. Was zählt, ist Dienstag. Dann gastiert United in München, und das 3:2 aus Old Trafford ist nur ein dünnes Polster. Barcala wird seine Erste Elf wieder zusammenschrauben, die Zweikampfstärke hochdrehen und die Räume zustellen, in denen Leah Galton und Ella Toone sonnige Kombinationen lieben. Die Nürnbergerinnen bekamen heute einen Vorgeschmack auf Bayerns Umschaltmoment – aber nur den lauwarmen.

Die Gäste stemmten sich tapfer, ließen aber vor dem Tor die klare Idee vermissen. Torfrau Lisa Ebert hielt ihre Mannschaft mit Reflexen lange im Spiel, doch die Feldspieler verpassten es, Grohs bei ihrem Selteneinsatz wirklich zu testen. So blieb ein Schuss von Fabienne Dongus in der 65. Minute die einzige Szene, die die mitgereisten 1.300 Fans mitnahmen – neben dem Trost, dass der Abstieg so gut wie ausgestanden ist.

Rotation als zeichen der stärke

Rotation als zeichen der stärke

Barcalas Rotation war kein Risiko, sondern eine Demonstration der Breite. Sydney Lohmann agierte als Sechser-Libero, Carolin Simon lieferte von links die Standards und Magdalena Eriksson dirigerte die Abwehr wie ein Dirigent, der weiß, dass die Ouvertüre noch läuft. Die Münchnerinnen kontrollierten Tempo und Ball, ohne in die Nürnberger Manndeckung zu rennen. Die Tore fielen, weil sich eben doch mal jemand in den Strafraum traute – Imade mit dem ersten Kontakt, Padilla-Bidas mit dem letzten Pass.

Die Botschaft an United: Wir können auch ohne Stars gewinnen. Die Frage ist nur, wie viel Stars am Dienstag nötig sein werden. Die Antwort liefert der Rasen im Grünwalder Stadion, wo die Bayern-Frauen in dieser Saison 43 Tore schossen und keines kassierten. United wurde gewarnt.