Ramazani schlägt zurück: salto, tor und valencia-erweckung
Largie Ramazani trat am Samstagabend im Mestalla an, als hätte er einen Riesenfelsbrocken vom Rücken geschüttelt. Der 23-jährige Flügelsprinter nahm einen Pass von Javi Guerra, schob drei Gegner beiseite und hämmerte den Ball zum 1:0 gegen Girona ans lange Eck – dann folgte der Salto, jene spektakuläre Volte, die ihn in den sozialen Netzwerken zur Ikone macht.
Ein jahr, das fast vorzeitig endete
Der belgische Leihspieler von Leeds United stand im November noch auf der Abschussliste. Carlos Corberán ließ ihn in der Hinrunde nur 182 Minuten ran, keine einzige von Beginn an. Das Gespräch im Klub lautete: „Wie bekommen wir die Leihe vorzeitig abgebrochen?“ Ramazani selbst hatte gerade einmal drei Liga-Einsätze auf dem Konto, als er beim 2:2 gegen Espanyol in der 94. Minute den Siegelfmeter verwandelte – und prompt im nächsten Spiel wieder neun Minuten bekam.
Doch seit Spieltag 21 dreht sich das Rad. In 14 Partien der Rückrunde lief Ramazani zwölfmal auf, erzielte sechs Tore – drei per Elfmeter, drei aus dem Spiel. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 867 Minuten, sechs Treffer, eine Vorlage. Nie zuvor in seiner Karriere stürmte er so effizient in einer europäischen Topliga.

Die angst der gegner nennt sich largie
Corberán musste umdenken. Ohne den dribbelstarken Belgier fehlte Valencia die Sprengkraft. Mit ihm gewann das Team fünf der letzten acht Heimspiele. Die Statistik zeigt: Wenn Ramazani trifft, kassiert Valencia im Schnitt nur 0,66 Gegentore. Ohne sein Tor wäre der Abstand zum Abstiegsstrich nur noch zwei Zähler.
Der Spieler selbst wirkt wie befreit. „Ich wollte nur meine Chance nutzen“, sagte er nach dem Girona-Spiel, doch seine Körpersprache verrät mehr: Er spielt, als gehöre ihm das Feld. Die frühere Ungeduld wich einer ruhigen Entschlossenheit. Trainerstab und Mitspieler loben seine Professionalität, die im Wintertraining zugenommen habe.

Vom abstellgleis zum goldgräber
Zum Vergleich: In der Premier-League-Saison 2022/23 mit Leeds kam Ramazani auf 803 Minuten und sechs Treffer – in der zweiten englischen Liga. Beim FC Almería schoss er in zwei La-Liga-Jahren gerade einmal sechs Tore. Diese Spielzeit übertrifft bereits alles, was er zuvor geleistet hat, und das bei nur 1.049 Minuten.
Valencias Sportchef Miguel Ángel Corona muss nun zusehen, wie ein Leihspieler ohne Kaufoption den Kader trägt. Leeds United dürfte die Entwicklung mit Genugtuung verfolgen – und womöglich den Preis für einen endgültigen Transfer in die Höhe treiben. Für Ramazani steht fest: Solange er trägt, springt und trifft, bleibt er unverkäuflich – zumindest für die Fans im Mestalla.
