Wuppertaler sv am abgrund: absturz in die fünftklassigkeit droht!
Der Wuppertaler SV hängt in der Regionalliga West in einer dramatischen Situation fest. Obwohl ein hart erkämpftes 2:2 gegen den ambitionierten Aufstiegsanwärter Rot-Weiß Oberhausen ein Achtungserfolg war, reicht es bei Weitem nicht, um die Abstiegsgefahr abzuwenden. Ein erneuter Absturz, der zweite in der Vereinsgeschichte nach der Insolvenz 2013, scheint immer wahrscheinlicher.
Die bittere ironie des unentschieden
Die Ironie des Schicksals ist kaum zu überbieten: Der WSV zeigte gegen Oberhausen eine herausragende Leistung, die von Trainer Mike Wunderlich als „Topspiel“ bezeichnet wurde. Nicolas Hirschberger und Celal Aydogan drehten die Partie nach einem frühen Rückstand, weckten die Hoffnung der mitgereisten Fans und ließen kurzzeitig den Klassenerhalt erahnen. Doch die Freude währte nur kurz. In der siebten Minute der Nachspielzeit traf Glody Ngyombo zum umstrittenen Ausgleich, der die Bergischen Spieler und Anhänger gleichermaßen enttäuschte.
Wunderlichs Frustration: „Wir haben extrem viel Aufwand betrieben, wurden aber nicht mit einem verdienten Sieg belohnt“, äußerte sich der Coach frustriert im kicker-Gespräch. Er kritisierte zudem die fehlende Cleverness seiner Spieler nach der Führung, die mehrere Kontersituationen vergeben ließen.

Ein torwartwechsel als letzter impuls
Umso bemerkenswerter war die Entscheidung von Wunderlich, den jungen Torwart Fotios Adamidis (19) erstmals in dieser Saison in den Kasten zu stellen. „Nachdem wir vorher praktisch schon jeden Stein umgedreht und alles versucht hatten, wollten wir mit dem Torwartwechsel noch einmal einen Impuls setzen“, erklärte er. Adamidis hinterließ zwar einen positiven Eindruck, konnte Ngyombos Treffer jedoch nicht verhindern. Der erfahrene Michael Luyambula soll demnach nicht die alleinige Ursache für die Misere sein, sondern lediglich den Konsequenzen einer schwierigen Saison zum Opfer gefallen sein.
Die kommenden drei Spiele gegen Gütersloh, die U23 von Fortuna Düsseldorf und den Bonner SC werden entscheidend sein. Nur bei drei Siegen hat der WSV noch eine theoretische Chance, den SV Rödinghausen vom rettenden 15. Rang zu verdrängen. Sollte Fortuna Düsseldorf aus der 2. Bundesliga absteigen, könnte der Gang in die Oberliga Niederrhein für die U23 der Landeshauptstädter unausweichlich werden und den WSV vor einem weiteren Wunder bewahren.
Wunderlich hat dem Verein seine Loyalität signalisiert und bietet an, auch im schlimmsten Fall den Weg in die Oberliga mitzugehen. Eine schnelle Entscheidung über die sportliche Führung ist nun entscheidend, um eine zweigleisige Personalplanung zu vermeiden. Die Ligazugehörigkeit könnte sich erst am 26. Mai klären, wenn Fortuna Düsseldorf die Relegation bestreiten muss. Die Zeit drängt und der Wuppertaler SV steht vor seiner größten Herausforderung seit Jahren.
