Rahm zieht in mexiko davon – spaniens golf-armee überrennt chapultepec
Jon Rahm jagt seine vierte LIV-Trophäe, doch das ist nur die halbe Geschichte. Auf 2.200 Metern Höhe verwandelte sich der Club de Golf Chapultepec am Samstag in ein spanisches Fest: Rahm führt mit −17, seine Legion XIII hat die Teamwertung schon sicher – und drei Iberer sorgten für Runden, die das Feld in Schutt und Asche legten.
Der doppelte bogey, der nichts riß
Loch 5, ein harmlozer Par 4. Rahm trifft das Green, die Poa-Grasnarbe lässt den Ball durchhüpfen, links raus, Zaun, Grenze, weg. Niemand findet das Pro V1. Rückkehr, Strafe, Doppel-Bogey. Was folgte, war pure Entschlossenheit: fünf Birdies in den letzten neun Löchern, 67 Schläge, zwei Vorsprung auf Tyrrell Hatton. „Ich kenne diese Greens wie meinen Garten in Barrika“, sagte er später, ohne zu lächeln – weil er noch nicht fertig ist.
Hinter ihm jagt der 20-jährige Nordire Tom McKibbin mit −14, doch der Youngster verpasste in Bahn 16 eine kurze Eisen-Annäherung, kostete ihn zwei Schläge. Die Lücke bleibt.

David puig liefert die runde des jahres
Während die Konkurrenz rechnet, schraubt David Puig ein 62er auf die Anzeigetafel – nur einen Schlag vom Platzrekord seines Landsmanns entfernt. Drei Birdies zum Auftakt, Bogey auf 15, dann Eagle-birdie-birdie-birdie-birdie. Fünf unter in vier Löchern. „Wenn ich so weiterspiele, kann ich morgen noch was kochen“, sagt der 22-Jährige, der jetzt Fünfter ist und in Scottsdale neben Rahm wohnt. Man sieht ihnen die gemeinsamen Range-Sessions an.
Josele Ballester drückt mit 65 nach. Sieben Birdies, ein Bogey, 400-Yard-Drives, die wie Artillerie durch die dünne Luft peitschen. Beide Spanier schießen in den 60er-Bereich, den nur noch Branden Grace erreichte – bis er auf 18 ins Wasser traf und sich selbst abschoss.

Legion xiii – ein mexischer hexenkessel
Seit die LIV 2022 startete, gewinnt Rahms Team in Mexiko. Punkt. Drei Auflagen, drei Siege, 15 Schläge Vorsprung vor den Fireballs. Sergio García schafft endlich ein Rot unter Par, doch das reicht nur zur Rolle des Zaungastes. Die Legion hat das Land abonniert – und das Publikum jubelt lieber den Iberern zu als den konkurrierenden Saudis.
Am Sonntag geht es um 13:30 Ortszeit los. Rahm muss nur noch 18 Grüne lesen, die er seit Kinderzeiten in der Retina hat. Die Trophäe wäre seine zweite in diesem Jahr, die vierte auf dem LIV-Kreuzzug – und die erste, die er vor heimischem Publikum feiern könnte. Die Abschlussrunde wird keine Parade, sondern eine Machtdemonstration. Die Frage lautet nicht mehr, ob er gewinnt, sondern wie groß der Abstand am Ende sein wird.
