Real sociedad schreibt geschichte: copa del rey-triumph in sevilla wird zur txuriurdin-party

Sevilla war nicht mehr Sevilla. Die Stadt an der Guadalquivir verwandelte sich am 18. April 2026 in eine einzige, pulsierende Basque Country-Outpost. 40.000 txuriurdin-Fans schwappten durch die Gassen, sangen „Goazen erreala, goazen txapeldun“ und machten die andalusische Hauptstadt zur Nebensache. Denn Real Sociedad holte ihren siebten Copa-del-Rey-Titel – und warf damit ein ganzes Land aus den Socken.

Der knaller nach 14 sekunden

Barrenetxea brauchte exakt 14 Sekunden, um die 90.000 in La Cartuja aufzuschreien. Sein Tor war kein Schock, es war ein Startsignal. Die Menge tobte, selbst die alten Garde-Legenden Gorriz, Arconada und Prieto verloren auf der Ehrentribüne die Kontrolle. Doch Atlético schlug zurück, glich zum 2-2 aus und zwang die Basken in die Verlängerung – ohne ihren Kapitän Oyarzabal, der mit Muskelproblemen raus musste.

Die txuriurdin-Fans sangen trotzdem weiter. Lauter. Härter. Als wollten sie die Spieler mit reiner Willenskraft über die Matte ziehen. In der 112. Minute war dann Schluss mit Romantik: Elfmeterschießen. Held des Abends: Keeper Marrero, der gleich zwei Schüsse parierte und damit den Pokal Richtung San Sebastián lenkte.

Sevilla stand still

Sevilla stand still

Die Fan-Zone der Real öffnete um 11 Uhr, war aber schon um 14 Uhr so überfüllt, dass die Polizei den offiziellen Umzug zur Arena vorverlegen musste. Die Straßen kochten. Statt „Macarena“ dröhnte Bad Bunny’s Óskarsson-Hymne aus jedem zweiten Kneipen-Lautsprecher. Präsident Jokin Aperribay schlenderte mit baskischen Ministern durch das Gewirr, schüttelte tausend Hände und ließ sich Selfies aufdrücken wie ein Popstar.

Nach dem Abpfiff brach ein Tsunami los. Die Spieler rannten zu ihrem Block, ließen sich Fahnen umhängen und tanzten mit den Fans. In Gipuzkoa explodierten parallel die Plazas: 200.000 Menschen strömten nach Donostia, trotzten der Nachtkälte und feierten bis zum Sonntagmorgen. Die Copa war endlich wieder da – und diesmal durften alle dabei sein, keine leeren Ränge, keine Pandemie, nur pure Ekstase.

Real Sociedad hat sich selbst übertroffen: zweiter Copa-Titel in fünf Jahren, siebter insgesamt – und eine Fan-Invasion, die Sevilla so schnell nicht vergessen wird. Die txuriurdin-Flagge weht noch heute über der Giralda. Wer sie abhängen will, braucht eine Leiter – oder einfach mehr als 40.000 Stimmen.