Promes bricht sein schweigen: messerattacke auf familienmitglied offen zugegeben
Quincy Promes hat es getan. Nach Jahren des Schweigens gestand der frühere niederländische Nationalspieler vor dem Berufungsgericht, im Juli 2020 seinem eigenen Verwandten ein Messer ins Bein gerammt zu haben. Die Tat ereignete sich auf einer Familienfeier in Abcoude, 20 Kilometer südöstlich von Amsterdam. Der Streit begann mit einem Vorwurf: Promes beschuldigte das Opfer, Familienschmuck gestohlen zu haben.

Die verteidigung lenkt ein
Seine neuen Anwälte Gert-Jan und Carry Knoops bestätigten am Dienstag, Promes habe „einmal mit einem Taschenmesser zugestochen“. Die Verteidigung argumentiert mit einem plötzlichen Impuls, möglicherweise Notwehr. Der 34-Jährige habe „jedes Vertrauen in die Justiz verloren“, weshalb er jahrelang schwieg. Nun bekommt er psychologische Hilfe.
Die erste Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung datiert auf 2023: 18 Monate Haft, damals in Abwesenheit. Promes hielt sich in Russland auf, wo er für Spartak Moskau spielte. Kaum ein Jahr später folgte der nächste Schlag: sechs Jahre wegen Kokainschmuggels – 1.350 Kilogramm soll es gewesen sein. Beide Urteile liegen in Berufung. Das Berufungsgericht verhandelt im November und Dezember.
Die Summe der Strafen: siebeneinhalb Jahre. Für einen Spieler, der einst die Johan-Cruyff-Arena zum Klingen brachte, ist das der Absturz in ein juristisches Abseits. Promes‘ Geständnis kommt spät, aber es kommt. Ob das Gericht ihm Glauben schenkt, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Die nächsten Termine stehen fest: November und Dezember werden das Urteil bringen.
