Preuß lobt grotian: so sieht die zukunft des biathlons aus

Franziska Preuß, frisch gebadet im Ruhestand, hat sich in einem Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung zur Zukunft des deutschen Biathlons geäußert – und dabei ein junges Talent besonders hervorgehoben. Ihre Einschätzung ist ein Hoffnungsschimmer für die Fans, doch auch Herausforderungen in der Männerabteilung liegen auf der Hand.

Junge wilden auf dem vormarsch

Die ehemalige Weltklasse-Athletin zeigt sich optimistisch, was die nächste Generation angeht. „Wir haben ja durchaus gute Sportler“, so Preuß. Besonders Selina Grotian sticht dabei heraus. Mit gerade einmal 20 Jahren sicherte sich die junge Athletin im vergangenen Jahr einen beachtlichen zehnten Platz im Gesamtweltcup. Ein klares Indiz für enormes Potenzial, wie Preuß betont. Auch Julia Kink und Marlene Fichtner werden als vielversprechende Kandidatinnen für die Zukunft genannt, wenngleich sie noch in der Lernphase stecken.

„Die sind ja noch recht jung und denen muss man auch zugestehen, dass man mal Phasen haben darf, wo es noch nicht so läuft“, relativiert Preuß die Erwartungen. Es ist ein Balanceakt zwischen Förderung und Geduld, den der Deutsche Skiverband nun meistern muss.

Männerbereich braucht frischen wind

Männerbereich braucht frischen wind

Bei den Männern schaut die Lage allerdings kritischer aus. Preuß spricht offen von einem „vergleichsweise alten Team“. „Da werden in den nächsten Jahren sicher auch Leute wegfallen“, so die Expertin. Doch sie sieht auch Chancen: „Man hat jetzt noch Zeit, in der die die Fahnen hochhalten und wo man junge Sportler fördern kann, damit die auch den Schritt in den Weltcup machen.“

Konkret genannt wird Simon Kaiser, dessen Schießleistung noch ausbaufähig ist. „Wenn Simon das Schießen ein bisschen besser hinbekommt, dann ist der auf alle Fälle im Anschlussbereich voll dabei. Mit einem kleinen Leistungssprung kann er dann sicher auch mal in die Top sechs laufen.“ Allerdings mahnt Preuß zur Realität: „Aber er ist ja auch schon 26, also er weiß wahrscheinlich schon selbst, woran es liegt und was er verbessern muss. Nur das funktioniert im Biathlon halt leider nicht auf Knopfdruck.“ Kaiser muss sich also sputen, wenn er seine Ambitionen verwirklichen will.

Die Worte Franziska Preuß' unterstreichen die Notwendigkeit, in die Jugend zu investieren und gleichzeitig erfahrene Athleten zu unterstützen. Der deutsche Biathlon steht vor einem Umbruch – ein Umbruch, der entweder zu neuen Erfolgen oder zu einer Durststrecke führen kann. Die kommenden Jahre werden zeigen, welchen Weg der Sport einschlagen wird.