Porto zerstört stuttgarter europa-traum – costa wird zur mauer

Der VfB Stuttgart flog raus, weil Diogo Costa ein Torwart war und gleichzeitig ein Schatten. Die Schwaben schossen, schossen, schossen – und schauten trotzdem in die Röhre. 0:2 in Porto, 1:4 zusammen, ende gut, alles aus. Die Europa League spielt weiter, nur nicht mit Stuttgart.

Costas gala, stuttgarter albtraum

Maximilian Mittelstädt fand das passende Wort für die Nacht, in der der Ball einfach nicht reinwollte: „Der Torwart ist über sich hinaus gewachsen.“ Der Linksverteidiger sprach mit der Stimme eines Mannes, der wusste, dass es kein Trost ist, wenn der Gegner einfach besser war. Diogo Costa wehrte Schuss um Schuss ab, mal mit Fingerspitzen, mal mit Fuß, einmal mit Schulter. Die Statistik zeigt 37 Ballkontakte im eigenen Strafraum – das klingt harmlos, war es nicht.

Sebastian Hoeneß hatte seine Elf auf Sturm geprägt, 4-1-4-1 mit Deniz Undav als falsche Neun, Jamal Musiala-Variante, nur eben ohne Bayern-Rückendeckung. Das Mittelfeld rollte, das Tempo stimmte, die Chancen auch. Deniz Undav aus spitzem Winkel, Silas nach Solo, Stenzel per Dropkick – alles drin, nichts drauf. Die Luft wurde dünner, Porto dagegen kühler. William Gomes nutzte den ersten Freiraum, Victor Froholdt verwandelte den zweiten. 21. Minute, 72. Minute, 0:2, Aus.

Champions-league-krimi statt istanbul-traum

Champions-league-krimi statt istanbul-traum

Die nächste Aufgabe wartet schon. Sonntag, 19.30 Uhr, Augsburg, DAZN, direkt wieder Vollgas. Die Liga erlautert keine Trauerphase. „Wir sind in einem guten Flow“, sagte Mittelstädt, der Satz klang wie ein Befehl. Vier Punkte beträgt der Vorsprung auf Rang fünf, die Rechnung ist simpel: gewinnen, Abstand halten, Saison retten. Die Realität ist komplizierter: Augsburg hat seit sieben Heimspielen nicht verloren, Stuttgart nur eins der letzten vier Auswärtsspiele gewonnen.

Die Kabine roch nach Desinfektionsmittel und verbrannter Energie. Deniz Undav stand lange unter der Dusche, dann kam der Satz, der alles sagt: „Wir haben alles gegeben, ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen.“ Es klang aufrichtig, aber auch leer. Denn Vorwürfe helfen nicht, nur Tore tun das – und die standen auf der falschen Seite der Torlinie.

Der Europacup ist Geschichte, die Champions League der neue Anlauf. Die Fans werden wieder singen, die Spieler wieder rennen. Nur Diogo Costa bleibt in Portugal – und mit ihm die Erinnerung an eine Nacht, in der Stuttgart alles versuchte und nichts erreichte. Die Saison ist noch lang, aber die Uhr tickt lauter geworden.