Pokal-debakel: scm-trainer wiegert befürchtet nachwirkungen!
Schock in Magdeburg! Der SC Magdeburg, normalerweise unaufhaltsam auf dem Weg zum Bundesliga-Titel, hat beim Final4 des DHB-Pokals eine historische Niederlage erlitten. Nicht nur das Halbfinale gegen den Bergischen HC ging verloren, auch das anschließende Spiel um Platz drei gegen TBV Lemgo-Lippe. Bennet Wiegert, der Coach des Elbe-Clubs, warnt: Die Demütigung wird noch lange nachwirken.
Die überzahl-problematik und der fehlende rhythmus
Nachdem der SCM in der laufenden Saison nur einmal gegen ein deutsches Team verloren hatte – Mitte Februar gegen die SG Kielce –, präsentierte sich das Team in der Porsche Arena Mannheim von einer erschreckend angeschlagenen Seite. Zwei Spiele, zwei deutliche Niederlagen. Wiegert sprach Klartext: „Eine wichtige Quote spricht gegen uns: die Überzahl. Wir sind zu wenig in Überzahl effektiv.“ Er deutete zudem an, dass die Vorbereitung auf die EM 2025 deutlich erfolgreicher war als die aktuelle Phase: „2025 hatten wir vor der EM einen besseren Rhythmus. 2026 sind wir schwer aus den Puschen gekommen.“

Ein spielstil, der scheiterte – und die fehlende physis
Das Pokal-Debakel offenbarte mehr als nur eine taktische Schwäche. Der SCM, dessen Spielstil traditionell auf das Ausnutzen von Fouls und Überzahlpositionen basiert, geriet gegen den Bergischen HC ins Straucheln. Der HC nutzte dies geschickt, indem er den Champions-League-Sieger immer wieder hart antrat und drei Zeitstrafen kassierte – im Gegensatz zum SCM, der in beiden Spielen keine einzige Strafe erhielt. Wurde dem Favoriten mangelnde Physis zum Verhängnis? Wiegert betonte: „Das ist genau unser Stil. Wir möchten in Ballbesitz kommen, nicht in Unterzahl spielen.“

Die spieler nehmen die verantwortung wahr
Die Enttäuschung ist tiefgreifend. Routinier Philipp Weber machte deutlich: „Sowohl emotional als auch handballerisch hat es an vielen Ecken gefehlt. Jetzt muss sich jeder an seine eigene Nase packen.“ Die Spieler sind sich bewusst, dass die Fehlersuche intensiviert werden muss, insbesondere angesichts der anstehenden Viertelfinal-Partien in der Champions League gegen Szeged. Die Spiele gegen Szeged am 29. April und 7. Mai werden zeigen, ob der SCM die Lehren aus dem Pokal-Debakel ziehen konnte.
Das Ligaspiel gegen Stuttgart am Sonntag wird dabei eine erste Standortbestimmung liefern. Doch Wiegert ist besorgt: „Habe ich Sorge? Natürlich! Dieses Wochenende wird noch mehrere Wochen in mir leben!“ Eine schnelle Reaktion ist gefragt, um den negativen Einfluss des Pokal-Debakels auf die restliche Saison zu minimieren. Der SCM muss nun zeigen, dass er aus der Krise gestärkt hervorgeht – oder riskieren, den Anschluss an die Spitze zu verlieren. Die nächste Woche wird entscheidend sein.
