Pogacar vor historischem triumph in roubaix? merckx höchstpersönlich äußert sich!
Paris-Roubaix – das Grauen der Klassiker, die Hölle des Nordens. Tadej Pogacar steht vor einer Bewährungsprobe, die alles übertrifft, was er in dieser Saison bisher gezeigt hat. Kann der Slowene nicht nur die Monumente erobern, sondern auch Eddy Merckx in die zweite Reihe reifen lassen? Die Radsportwelt hält den Atem an.
Die goat-diskussion neu entfacht
Dass Pogacar wirklich alles erreichen kann, scheint nun auch der unumstrittene König des Radsports der Vergangenheit, Eddy Merckx, zu glauben. Seine Worte hallen wider: „Es ist absolut klar, dass er keine Limits hat.“ Ein Satz, der die Diskussion um den „Greatest of All Time“ neu entflammt und Pogacars Anspruch auf diesen Titel untermauert. Am Sonntag könnte Pogacar Geschichte schreiben – indem er bei der 123. Ausgabe von Paris-Roubaix gleichziehen würde mit einem, der lange als unerreicht galt.
Fünf Monumente in einer Saison zu gewinnen – das gelang bisher nur drei Fahrern, darunter Merckx selbst. Pogacar will als erster Nicht-Belgier in diesen exklusiven Kreis eintreten. Der 27-Jährige, so zitiert ihn die Gazzetta dello Sport, sei „der beste Fahrer der Welt, und das schon seit mehreren Saisons.“ Ein Kompliment, das seinesgleichen sucht, insbesondere von einem, der selbst die Radsport-Geschichte geprägt hat.

Van der poel – der stärkste konkurrent
Doch Paris-Roubaix ist ein anderes Kaliber als die Flandern-Rundfahrt, bei der Pogacar zwar siegreich war, aber an den Hügeln ins Schwitzen geriet. Die „Königin der Klassiker“ ist flach, brutal und unerbittlich. 258,3 Kilometer, davon 54,8 Kilometer auf Kopfsteinpflaster – ein Albtraum für jeden Fahrer, eine Bühne für Mathieu van der Poel, den amtierenden Weltmeister im Cyclocross. Der Niederländer fühlt sich hier zu Hause, wo Kraft und Technik gleichermaßen gefragt sind.
Letztes Jahr sah der Duell zwischen Pogacar und van der Poel bereits dramatisch aus, als der Slowene stürzte und der Niederländer im Alleingang zum Sieg raste. Pogacar scheint jedoch gelernt zu haben: „Selbst wenn du den besten Tag und die besten Beine hast, muss alles passen.“ Ein kluger Einblick in die Komplexität dieses Rennens, das mehr ist als nur eine Frage der körperlichen Stärke.
Sollte Pogacar den Niederländer diesmal knacken, Philipsen und van Aert bezwingen und als Erster die Ziellinie im Velodrome von Roubaix überqueren, dann steht ein Meilenstein vor der Tür, den selbst Merckx nie erreichte: Alle fünf Monumente in einer Saison. Ein Szenario, das die Radsport-Welt in Atem hält.

Armstrongs überraschende zustimmung
Und dann die unerwartete Stimme aus der Vergangenheit: Lance Armstrong, dessen sieben Tour-de-France-Siege einst aberkannt wurden, äußerte sich im Podcast „The Move“ überraschend eindeutig: „Dieser Junge ist einfach so gut. Er ist mit Abstand der Beste aller Zeiten.“ Eine Aussage, die angesichts Armstrongs Vergangenheit und seiner fragwürdigen Reputation umso bemerkenswerter ist – und Pogacars außergewöhnliche Fähigkeiten unterstreicht.
Die Frage ist nicht mehr, ob Pogacar alle Monumente gewinnt, sondern wie er die Radsport-Geschichte neu schreibt.
