Pogacar trainiert im verstecktrikot: so entwischt der radstar seinen fans
Tadej Pogacar will in Zukunft unerkannt trainieren – und seine Lösung ist so einfach wie genial. Der Slowene trägt auf seinen Ausfahrten ein Trikot in den italienischen Nationalfarben Rot-Weiß-Grün. Gleiche Sponsoren, andere Farben. Ergebnis: Die Fans brauchen Sekunden, um ihn zu erkennen. Bis dahen ist er längst übernächste Kurve.
Sein Manager Alex Carera plauderte im Podcast „Domestique“ aus dem Nähkästchen. „Die Leute brauchen zehn, zwanzig Sekunden, um ihn zu erkennen. Und bis dahin ist er schon zu weit weg.“ Die UAE-Teamkollegen fahren weiterhin im klassischen Weiß-Rot-Schwarz. Pogacar hingegen gleitet in seinem Tarn-Trikot durch die Straßen – und bleibt unbehelligt.
Warum der weltmeister plötzlich unsichtbar werden will
Die Beliebtheit des zwefachen Tour-de-France-Siegers hat ihre Schattenseiten. Immer wieder stoppen ihn Hobbyfahrer, wollen Selfies, Autogramme, ein kurzes Gespräch. Was als harmloser Fan-Talk beginnt, kann schnell gefährlich werden. Erinnert sei an Jonas Vingegaards Sturz in Málaga: Der Visma-Kapitän wollte einem Nachfahrer entwischen, verlor in der Abfahrt die Kontrolle und ging zu Boden.
Pogacar will solche Risiken minimieren. Sein Verstecktrikot ist kein modisches Statement, sondern reine Schutzmaßnahme. „Er will einfach nur trainieren, ohne dass jemand hinter ihm herfährt“, sagt Carera. Die Farbwahl ist dabei kein Zufall: Rot-Weiß-Grün ist in Italien allgegenwärtig – und doch nicht mit dem UAE-Team assoziiert.
Die Taktik scheint aufzugehen. Seit Wochen postet der Slowene keine Trainingsfotos mehr, keine Strecken, keine Kilometerzahlen. Stattdessen taucht er nur noch bei offiziellen Team-Terminen auf. Die Fans fragen sich, wo er trainiert. Die Antwort: direkt vor ihrer Nase – nur eben in anderem Gewand.

Die ironie des trikottricks
Dass ausgerechnet Pogacar, der auffälligste Fahrer des Pelotons, nun unsichtbar werden will, hat einen gewissen Charme. Wer sonst mit weiß-roten Streifen für Aufsehen sorgt, versteckt sich hinter italienischen Farben. Der Superstar wird zum Geist – und das nur wenige Tage vor Mailand-Sanremo, dem ersten Monument des Jahres.
Dort wird er wieder im UAE-Trikot starten. Unübersehbar. Unverkennbar. Doch bis dahin genießt er seine Anonymität. Ein Fahrer, der alles gewinnen kann, versteckt sich vor dem Publikum, das ihn am meisten feiert. Manchmal ist der größte Trick einfach, keine Spuren zu hinterlassen.
