Pogacar besiegt san remo mit zerfetztem trikot und 10 mm vorsprung
298 km, ein Sturz, ein Trikot in Fetzen – und trotzdem sprintet Tadej Pogacar um 10 Millimeter gegen Tom Pidcock durch. Mit diesem 11. Monument jagt er jetzt nur noch Eddy Merckx.
Der sturz, der nicht reicht
Kilometer 266: Asphalt knirscht, Körper rollen, Alarm rote Flagge. Pogacar schlägt auf, richtet sich auf, blutet aus Rippen und Ellbogen. Jeder andere würde winken. Er tritt. In sieben Minuten holt UAE 30 Sekunden auf, zieht ihn zurück ins Ruderboot. Die Logik der Rennfahrer: Wer fallen kann, kann auch gewinnen.
Cipressa: 5,6 km, 4,1 %. Pogacar zündet die Rakete. 8'48" – neuer Streckenrekord. Van der Poel und Pidcock kleben hinten, der Rest sieht nur Rücklichter. Poggio: nächste Attacke. Van der Poel platzt, Pidcock bleibt. Zwei Mann, eine Schicksalsstraße nach San Remo.

Via roma: 200 meter wahrheit
200 m – Pogacar öffnet das Sprintfenster. Pidcock antwortet, Beine zittern, Vorderräder kreuzen. Foto: 10 mm Vorsprung. Pogacar schlägt mit der Faust aufs Lenkerband, das Regenbogentrikot zerrissen wie ein Punk-Outfit. Hinterher lacht er in die Mikro von RAI: „Diese Schrammen sind der Preis. Ich brauche fünf Minuten, um zu begreifen, was passiert ist.“
Elf Monuments, eins fehlt: Paris–Roubaix, 12. April. Merckx‘ 19er-Marke steht bei 19, De Vlaeminck schaut von 11 herüber. Pogacar trägt jetzt das Regenbow-Monument-Korsett, das zuvor nur Binda, Merckx, Gimondi und Saronni trugen. Und er trägt es mit offenen Wunden.
