Playoff-chaos in der swiss league: olten und sierre stoppen gegner frühzeitig
Die Swiss League schlägt zurück. Während die National League noch um jeden Punchline-Kampf kreist, haben die Zweitklassler bereits zwei Teams aufs Kreuz gelegt. EHC Olten und HC Sierte blicken schon in die Runde der letzten Vier – und das, obwohl auf den Rängen noch die Handtücher der Fans feuchten.
Olten erledigt thurgau mit zwei powerplay-krachern
41 Schüsse. 25 gehalten. Und trotzdem flog Thurgau raus. Die Statistik lügt nie, sagt man. Hier log sie gnadenlos. Denn Guillaume Asselin und Fadri Riatsch schraubten die Powerplay-Quote des EHC Olten in der 15. und 30. Minute auf 100 Prozent hoch, während die Rückkehr von Livio Truog nur noch ein Alibi-Tor blieb. Die Serie ging 4:1 an Olten – und mit ihr die Hoffnung der Thurgauer, endlich mal ein Playoff-Halbjahr ohne Herzschlagfinale zu erleben.
Trainer Colin Müller biss sich nach Spielende die Zähne aus. „Wir haben alles reingeworfen außer das Küchenhandtuch“, murmelte er, während hinter ihm Fabrice Böschers Analyse-Tablet bereits die rote Abstiegszone zeigte. Für Thurgau heißt es nun: Sommertraining statt Sommermärchen.

Visp und la chaux-de-fonds erzwingen matchpuck-sonntag
3.388 Fans im Litterna-Stadion – Rekordzahlen für eine Reihe, die letzte Saison noch als „Abstiegskandidat“ durch die Medien ging. Doch der EHC Visp ließ gegen Basel keine Gnade. Alessandro Lurati schoss zwei Überzahltore, bevor Nico Lehmann den Schlusspunkt setzte. 6:3, Serie 3:2 – und Basel muss am Sonntag gewinnen, um nicht vorzeitig in den Ferien zu landen. Torhüter-Wechsel? Hat nichts genützt. Andri Henauer kam, sah, kassierte.
Ähnlich gnadenlos agierte der HC La Chaux-de-Fonds. Blitzstart nach neun Minuten: 3:0. Chur stemmte sich noch auf 4:3 heran, doch Emil Molin und Gilian Kohler schraubten das Ergebnis auf 6:3. Die Emmentaler Landluft schmeckt offenbar nur, wenn man vorher die Hosen runterlässt.
Sierre besiegt die lions in overtime – und sich selbst
48 Sekunden. So schnell kann ein Herz zerspringen. Arnaud Montandon traf in der Verlängerung gegen die GCK Lions, nachdem seine Mannschaft schon zweimal einen Rückstand korrigiert hatte. Timothy Kast war dabei nicht nur Torschütze, sondern auch Seelenklempner: „Wir haben uns in der Kabine gesagt: Wenn wir jetzt fallen, fallen wir zusammen.“
Die Lions? Die müssen jetzt mit sich selbst hadern. Zweimal führten sie, zweimal glitt ihnen der Vorteil wie ein schmieriges Puck aus der Hand. Julian Mettler stand nach dem Spiel alleine vor dem Fanblock – und wurde ausgepfiffen. Die Serie endet 4:1 für Sierre. Halbfinale. Punkt.
Was das alles bedeutet
Die Swiss League ist dieses Jahr kein Aufbaugefährt mehr. Sie ist ein Minenfeld. Keine Serie ist sicher, kein Favorit unangreifbar. Olten und Sierre haben es vorgemacht: Mit Powerplay-Toren und Overtime-Nerven kann eine ganze Saison kippen. Für Visp und La Chaux-de-Fonds steht am Sonntag der Matchpuck an. Für Thurgau und Chur steht die Frage im Raum: Warum haben wir eigentlich 41 Schüsse abgegeben, wenn keine reingehen?
Die Antwort liegt auf dem Eis – und in den Köpfen. Playoff-Eishair sprießt nur, wer bereit ist, auch mal das eigene Knie in den Schuss zu legen. Die nächste Runde wartet schon. Und sie wird noch rauer.
