Pirovano rast kvitfjell: aichers kristall-traum zerbricht am letzten hang
Laura Pirovano flog, Emma Aicher blieb hängen. Mit 83 Punkten Rückstand verpasst Deutschlands Hoffnung die kleine Kristallkugel in der Abfahrt – und das nach einem Winter, in dem sie alles richtig machte.
Pirovano dreht in neun tagen den spieß um
Die 18-jährige Italienerin hatte Mitte Februar in Garmisch noch 140 Punkte gegen Aicher verloren. Dann kam Kvitfjell: drei Rennen, drei Siege, null Gnade. „Ich bin einfach nur müde“, sagte Aicher nach dem Rennen, „müde und enttäuscht.“ Ihre Ski hafteten auf dem weichen Schnee, die Kanten fanden keinen Biss, während Pirovano wie auf Schienen fuhr.
Kira Weidle-Winkelmann wurde Dritte, 0,25 Sekunden fehlten zur Premiere. „So nah, und doch so weit“, sagte sie und schob die Ski in die Schneekante. Der Sprung aufs Podest der Disziplinenwertung verpasste sie um genau diese Viertelsekunde. Olympiasiegerin Breezy Johnson wurde Zweite, konnte Pirovano nicht stoppen.

Super-g als letzte chance – shiffrin trotzt dem gesamtweltcup
Die Gesamtwertung? Noch schmerzhafter. Aicher schnitt 45 Punkte aus dem Rückstand auf Mikaela Shiffrin, bleibt aber 95 Zähler hinten. Am Sonntag (10.45 Uhr, ZDF/Eurosport) folgt der Super-G – Aichers Paradedisziplin. Doch Shiffrin gilt auch dort als Favoritin. „Ich brauche ein Wunder“, sagte Aicher, „und das Wunder muss ich selbst fahren.“
Die Saison endet mit einem Kloß im Hals. Ein Winter voller Sprünge, ein Frühling voller Stolpersteine. Pirovano feiert, Aicher schluckt. Die Kristallkugel bleibt in Italien – und in Deutschland wächst die Sehnsucht auf das nächste Jahr.
