Petros zerbricht die 60-minuten-barriere und schreibt deutsche halbmarathon-geschichte
Amanal Petros lachte sich die Tränen weg: 59:22 Minuten, 21,097 Kilometer, ein deutscher Rekord. Der 30-jährige TSV-Vertreter war beim 45. Berliner Halbmarathon nicht nur schnellster Deutscher, sondern erstmann überhaupt unter der magischen Stunde auf deutscher Straße. Der Wind schlug ihm ins Gesicht, die Temperatur kratzte an vier Grad – Petros blieb kalt.

Der tag, als berlin zur lauf-mekka wurde
43.000 Starter aus 134 Ländern verwandelten die Hauptstadt in einen einzigen Herzschlag. Um 10:05 Uhr fielen die Startschüsse, 59 Minuten später stand der neue Champion fest: Andrea Kiptoo aus Kenia lief 59:11 und ließ selbst seinen eigenen Pacemaker stehen. Die Frauen-Krone holte sich Äthiopierin Likina Amebaw in 65:07 – zwei Minuten vor Esther Pfeiffer, Deutschlands schnellster Läuferin.
Die Strecke war flach, aber die Stimmung brach alle Rekorde. Zwölf Live-Bands, Trommel-Ensembles, ein Spielmannszug am Neptunbrunnen – wer langsamer wurde, hatte einfach das Ohr auf den Takt der Stadt gestellt. 750 Polizisten sperrten Autos aus, 40 Abschlepper räumten letzte Parkplätzer, und 2.000 Helfer wie 89-jährige Dorle Meironke verteilten Wasser, Gelächter und Trost.
Die größte Zahl des Tages steckt in der Tasche der Finisher: 108 Gramm. So schwer ist die Medaille, die jedem Finisher umgehängt wird – mit der 45 und zwölf Berliner Wahrzeichen geprägt. Wer sie um den Hals trägt, hat den berüchtigten „Besenwagen“ hinter sich gelassen und sich selbst bewiesen: Sport verbindet, Sport erfindet sich neu.
