Perrot packt aus: giacomels herz-op war sein emotionaler tiefpunkt
Die Kristallkugel noch in der Hand, die Tränen kaum getrocknet – da musste Eric Perrot schon die nächste Erschütterung verdauen. Der Franzose hatte gerade sein Lebenswerk perfekt gemacht, da rief sein härtester Verfolger an und sagte: „Für mich ist Schluss.“
Ein anruf, der alles veränderte
Tommaso Giacomels Stimme klang plötzlich so leise, erinnert sich Perrot. „Das war sehr traurig. Ich habe das nicht kommen sehen.“ Der Italiener hatte sich nach Olympia plötzlich krank gefühlt, die Ärzte fanden eine elektrische Störung in den Vorhöfen. Statt WM-Finale stand für ihn eine Herz-OP an. Perrot, 24, brauchte Tage, um das zu begreifen. „Erst habe ich gedacht: Jetzt fehlt mir ein Gegner. Dann wurde mir klar: Der Kampf ist jetzt einer mit mir selbst.“
Die beiden hatten sich bis zuletzt an der Spitze weggeschossen. Giacomel lag in Antholz noch vorne, als er mitten im Massenstart stehen blieb, die Hand auf die Brust gepresst. Perrot erfuhr erst im Ziel davon. „So etas erlebst du sonst nur im Kino“, sagt er. „Plötzlich wird Sport Nebensache.“

Der wahnsinn, dem keiner entkommt
Mit 24 Jahren reiht sich Perrot jetzt in eine Liste ein, auf der sonst nur Martin Fourcade, Johannes Tignes Bö oder Quentin Fillon Maillet stehen. „Ich schaue auf die Trophäe und weiß: Das ist nicht normal“, gesteht er. „Aber ich werde sie nicht im Schrank verstecken. Ich will sie anfassen, wenn der Akku mal wieder leer ist.“
Giacomel schickt ihm schon wieder Trainingsdaten. Die Operation war minimal-invasiv, die Ärzte versprechen eine Rückkehr im November. Perrot lacht: „Dann geht der Wahnsinn von vorne los. Und ich freue mich drauf.“
