Peretz' bayern-traum: neuer-idol und elfmeter-fluch

Daniel Peretz, der junge israelische Torhüter, der im Sommer 2023 mit großen Erwartungen zum FC Bayern München kam, kämpft weiterhin um seinen Durchbruch. Das Vorbild Manuel Neuer und dessen Schatten werfen einen langen Schatten – und ein ungewöhnliches Elfmeter-Dilemma kompliziert die Situation zusätzlich.

Die gänsehaut beim ersten treffen mit dem idol

Der 25-Jährige schilderte im Gespräch mit The Guardian das erste Aufeinandertreffen mit Neuer: „Ich schwitzte am ganzen Körper, so nervös, dass ich nicht sprechen konnte. Ich hatte Gänsehaut, einfach alles.“ Eine Aussage, die die Ehrfurcht vor dem langjährigen Weltklasse-Torwart unterstreicht, der Peretz' Karriere nachhaltig geprägt hat. Schon in seiner Jugend klebte ein riesiges Poster von Neuer an seiner Schlafzimmermauer – ein Beweis für die tiefe Bewunderung des Israelis.

Leihe zum hsv und weitere stationen: der weg zum stammplatz

Leihe zum hsv und weitere stationen: der weg zum stammplatz

Trotz des großen Potenzials gelang es Peretz in München bislang nicht, sich dauerhaft durchzusetzen. Nur sieben Pflichtspiele für den Rekordmeister sprechen eine deutliche Sprache. Um Spielpraxis zu sammeln, wurde er im Sommer per Leihe zum Hamburger SV geschickt. Doch auch dort war seine Einsatzzeit begrenzt – lediglich zwei Einsätze standen zu Buche. Ein Wechsel zum FC Southampton im vergangenen Winter sollte schließlich die Wende bringen. In der zweiten englischen Liga hat sich der Israeli inzwischen als Stammkeeper etabliert und hält sechsmal die Null, wobei sein Debüt gegen Hull City eine bittere Ausnahme bildete.

Kane

Kane's elfmeter-meisterschaft: ein fluch für paradenquoten?

Zurück in München könnte Harry Kane, der neue Starstürmer des FC Bayern, indirekt eine Rolle bei Peretz' Entwicklung spielen. Der Torhüter schwärmt von Kanas Elfmetertechnik: „Als Torhüter war es großartig, sich zu verbessern, mit ihm zu trainieren, weil man alles perfekt machen muss, um den Ball zu halten.“ Die schiere Präzision des englischen Torjägers stellt Peretz vor eine enorme Herausforderung. Doch was wirklich überrascht, ist die selbstironische Einschätzung des Keepers bezüglich seiner eigenen Paradenquote: „Ich freue mich wirklich für ihn, aber er trifft so oft. Wenn man also einen von zehn hält, ist das gegen ihn, finde ich, ein guter Wert.“

Die kommende Saison wird zeigen, ob Peretz in München doch noch seinen Durchbruch schafft oder ob er sich nach einem weiteren Verein umsehen muss. Eines ist jedoch sicher: Die Schatten von Neuer und die elfmetertechnische Brillanz von Kane werden ihn dabei begleiten – und ihn zu Höchstleistungen antreiben.