Pedersen: steile formkurve und podest-ambitionen bei paris-roubaix?
Mads Pedersen, der nach einem verhängnisvollen Saisonstart mit gebrochenem Handgelenk und Schlüsselbein überraschend stark zurückkehrt, könnte bei Paris-Roubaix 2026 eine Schlüsselrolle spielen. Eurosport-Experte Jens Voigt glaubt fest an eine Podestplatzierung des Dänen – und das, obwohl er die Flandern-Rundfahrt nur als Fünfter beendete.
Die schatten der verletzung und der rückkampf
Der Saisonstart für Pedersen war alles andere als ideal. Ein schwerer Sturz in der Valencia-Rundfahrt forderte ein gebrochenes Handgelenk und Schlüsselbein, was ihn zwang, wertvolle Trainingszeit zu verpassen. Doch der Lidl-Trek-Sprinter bewies Charakter und kehrte überraschend früh zurück, bereits in Mailand-Sanremo schaffte er es auf den vierten Platz – ein klares Signal seiner wachsenden Form.
Bei der Flandern-Rundfahrt zeigte sich dann, dass Pedersen zwar noch nicht ganz bei Kräften ist, aber dennoch zu den stärksten Fahrern gehört. „Es spielt keine Rolle, ob es knapp ist oder wie knapp es ist. Wenn du nicht dranbleibst, bleibst du nicht dran – und ich bin nicht dran geblieben“, analysierte Pedersen selbst nach dem Rennen. Der frühe Ausfall aus dem Kampf um den Sieg, nachdem Tadej Pogacar attackiert hatte, schmerzte, doch er räumte ein, dass ihm die Verletzung noch zu spüren gab.
„Ich schlage immer noch Fahrer, die in Topform sind und keine Verletzungen hatten“, betonte Pedersen, was seine beeindruckende Leistung unterstreicht. Die Tatsache, dass er als Straßenweltmeister von 2019 1:40 Minuten vor dem Sechstplatzierten über die Ziellinie kam, zeugt von seiner Qualität.

Voigt: „eine unglaublich steile formkurve“
Jens Voigt, zweifacher Tour-Etappensieger, sieht in Pedersen einen ernsthaften Kandidaten für das Podium in Roubaix. „Mads hat eine unglaublich steile Formkurve“, kommentierte der Experte. Er lobte Pedersens Kampfgeist bei der Flandern-Rundfahrt und betonte, dass der Däne trotz wechselnder Wetterbedingungen an der Spitze des Rennens blieb. „Wenn Mads Pedersen mit den wenigen fehlenden Prozenten Fünfter wird, bin ich davon überzeugt, dass er hinter den beiden Superstars Pogacar und van der Poel garantiert um Platz drei fahren wird.“
Die Erfahrung spricht ebenfalls für Pedersen: In den letzten drei Ausgaben von Paris-Roubaix erreichte er die Plätze vier, drei und drei. Die „Hölle des Nordens“ ist bekannt für ihr unvorhersehbares Drama, und Voigt warnt: „Roubaix ist Roubaix. Da kann es immer Drama geben, egal ob Sturz oder Defekt.“ Selbst Pogacar, der unangefochtene Superstar, sei im letzten Jahr gestürzt. Pedersen selbst weiß, wie schnell ein solches Unglück das Rennen verändern kann – ein Defekt während einer Attacke von Pogacar hatte ihn im Vorjahr zurückgeworfen, obwohl er sich noch auf den dritten Platz kämpfte.
Die Absage von Remco Evenepoel für Paris-Roubaix könnte Pedersen in die Karten spielen, doch Voigt mahnt zur Vorsicht: „Unvorhersehbares Drama kann am Sonntag eine große Rolle spielen. Und plötzlich fahren Pedersen, van Aert und Filippo Ganna um Platz eins oder zwei, wenn die beiden Superstars nicht den perfekten Tag haben.“
Die Spannung steigt – wird Pedersen in Roubaix seine Podest-Ambitionen verwirklichen und den Lidl-Trek eine weitere Triumph schenken? Die kommende Woche wird es zeigen.
