Panenka feiert sein vermächtnis: "ich bin der beste"
Halb ein Jahrhundert ist vergangen, seit Antonin Panenka mit seinem legendären Elfmeter die Europameisterschaft 1976 gewann – und der Name ist aktueller denn je. Der tschechische Maestro des „Panenka-Schusses“ blickt zufrieden auf die Nachwirkungen seines genialen Coups.
Ein vermächtnis, das lebt
In einem Gespräch mit EFE in Prag gab Panenka, mittlerweile 77 Jahre alt, an, dass es ihm eine „Ehre“ sei, wenn Spieler auch nach 50 Jahren noch versuchen, seinen Trick zu kopieren. „Sie wissen, was es ist, sie nennen es einen ‚Panenka-Schuss‘“, so der ehemalige Mittelfeldspieler von Bohemians 1905 und Rapid Wien. Doch er ist auch ehrlich: „Nicht jeder macht es richtig.“
Ein unangebrachter Elfmeterkiller? Panenka scherzte sogar, er würde Vinicius Jr. vom Real Madrid nicht den Elfmeter schießen lassen. „Er hat andere Fähigkeiten, aber nicht für Elfmeter“, bemerkte er. Auch den Fehlversuch von Brahim Díaz im Finale der Afrikanischen Nationenmeisterschaft quittierte er mit einem Schulterzucken: „Das ist der Zauber des Fußballs – man kann ihn nicht planen.“TAG10 Panenka erinnert sich lebhaft
Der ursprung der genialität
Obwohl er heute aufgrund seines Alters nicht mehr in der Lage ist, diesen perfekten Trick zu wiederholen, der Sepp Maier im Finale von Belgrad überraschte, bleiben ihm die Erinnerungen lebendig. Die Zeit, als er als 32-Jähriger zum Rapid Wien wechselte und dort den legendären Hans Krankl im „Pichichi“ übertrumpfte, ist ebenfalls tief in seinem Gedächtnis verankert – eine Situation, die die Beziehungen zwischen den beiden österreichischen Stars belastete.

Die schattenseiten des erfolgs
Die Weltmeisterschaft 1982 in Spanien blieb für Panenka und die tschechoslowakische Nationalmannschaft ein enttäuschtes Kapitel. Obwohl er in zwei Spielen von der Elfmeterlinie traf, schied das Team im Gruppenspiel aus. „Wir hatten ein gutes Team, aber nicht die gleiche Geschlossenheit wie 1976“, bedauerte er. „Die jungen Spieler hatten viel Selbstvertrauen und beschwerten sich, wenn sie nicht spielten.“
Die bittere Wahrheit über Freundschaftsspiele: Panenka gestand, dass er in Freundschaftsspielen oft nicht sein volles Potenzial ausschöpfte. „Wenn es nicht ernst war, habe ich nicht ernst genommen. Aber in wichtigen Spielen konnte ich mich konzentrieren und immer treffen.“
Panenka bekräftigt stolz: „Ich bin der Beste, der diesen Elfmeter geschossen hat.“ Sein Vermächtnis lebt weiter, inspiriert Spieler auf der ganzen Welt und erinnert uns daran, dass manchmal die einfachsten Ideen die größten Erfolge bringen.
