Holzheimer sg: befreiungsschlag und umbruch in der oberliga!
Ein später Sieg in Frintrop gab der Holzheimer SG nicht nur dringend benötigte Punkte im Abstiegskampf der Oberliga Niederrhein, sondern katapultierte den Aufsteiger auch in eine Phase des Wandels. Während die Hoffnung auf den Klassenerhalt neu entfacht wurde, steht der Verein vor einem umfassenden Umbruch im Kader und auf der Trainerbank.
Neumanns abschied: ein fragezeichen über der zukunft
Der Befreiungsschlag kam in der 87. Minute, als Paul Wolf das Tor zum 1:0 gegen Frintrop erzielte. Fünf Spieltage vor Saisonende atmet der Aufsteiger erleichtert auf, obwohl 36 Punkte in der Oberliga Niederrhein keine absolute Sicherheit bieten. Abteilungsleiter Michael Volz formuliert es pragmatisch: „Mit 40 Punkten bist du durch – da mache ich keine große Rechnerei.“ Doch die Freude über den Sieg wird von der bevorstehenden Trainersuche getrübt. Jesco Neumann, der das Team bisher betreute, wird den Verein verlassen. Seine Begründung: „Zu viele Fragezeichen.“
Ein Kader im Wandel: Der Abschied Neumanns ist nur die Spitze des Eisbergs. Leistungsträger wie Torhüter Johannes Kultscher und Torjäger Oguz Ayan werden den Verein verlassen. „Wenn du diese Achse verlierst, ist es schwer, das kurzfristig aufzufangen“, räumt Volz ein. Der Verein setzt nun auf junge, entwicklungsfähige Spieler aus unteren Ligen, eine Strategie, die sich in der hohen Trainingsbeteiligung von oft 20 Spielern widerspiegelt. Aktuell haben acht Spieler zugesagt und weitere Gespräche laufen.

Die tabelle lügt nicht: direkter vergleich zählt
Die Holzheimer SG hat sich in der Vergangenheit gegen direkte Konkurrenten wie den 1. FC Kleve, Büderich und Adler Union Frintrop durchgesetzt – ein möglicher Vorteil, falls es bei Punktgleichheit zu einem direkten Vergleich kommt. Das schmerzliche 1:4 beim ETB Schwarz-Weiß Essen wird als Ausrutscher gewertet: „Ein Spiel gegen eine an diesem Abend eine Klasse bessere Mannschaft“, so Volz. Entscheidend war die Reaktion, die nun in Frintrop deutlich wurde. Es war der Spielglück, das am Ende den Unterschied machte.
Die Niederlage gegen Homberg schmerzte besonders, doch der Verein vermied eine offenkundige Krise. „Wir haben das in einem völlig entspannten Rahmen gehalten, keine Krisensitzung daraus gemacht“, betont Volz. Die sportliche Einordnung ist klar: Holzheim ist Aufsteiger, und vieles wird intern als Lernprozess betrachtet. „Für uns ist es eine Ehre, in dieser Oberliga zu spielen.“
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Holzheimer SG den Klassenerhalt sichern und den Umbruch erfolgreich meistern kann. Volz bleibt fokussiert: „40 Punkte – mehr denke ich nicht. Und mir ist egal, gegen wen wir sie holen.“
