Pádel-pionier: wie ein madrileño den sport in den kanaren entfachte
Vor über 30 Jahren, inmitten politischer Unruhen und internationaler sportlicher Triumphe, begann eine Geschichte, die den Pádel-Sport in den Kanaren revolutionierte. Iñigo Jofre, einer der Gründer des Club de Pádel Las Arenas, blickt zurück auf eine Zeit, als Pádel fast noch ein Geheimnis war – und wie er mit seiner Vision den Grundstein für eine boomende Sportindustrie legte.
Die anfänge auf einer bananenplantage
Es ist eine kuriose Geschichte, die bis heute nachhallt. Mitte der 90er Jahre, als Spanien von einer der größten Streiks der Geschichte und dem Gesang Montserrat Caballés über die Ruinen des Liceu gefesselt war, wagte Iñigo Jofre, damals noch mit seiner Partnerin Ninoska Manzanares, einen mutigen Schritt: Er brachte den Pádel-Sport auf die Kanarischen Inseln. Bis dahin gab es nur vereinzelt Pádel-Plätze in einigen Hotels – der Club de Pádel Las Arenas sollte der erste seiner Art sein.
Die Wahl fiel dabei auf eine Bananenplantage in Puerto de la Cruz, die für rund 300.000 Euro in eine Pádel-Oase verwandelt wurde. „Der teuerste Teil war die Böschungsmauer für die Erdarbeiten“, erinnert sich Jofre. Ein gewagtes Investment, denn Pádel war in den Kanaren und in weiten Teilen Spaniens noch völlig unbekannt. Die ersten Jahre waren hart. „Wir mussten den Leuten erklären, was Pádel überhaupt ist“, so Manzanares mit einem Lächeln.

Von der nische zum massenphänomen
Die Zeiten haben sich geändert. Was einst als Sport der „Schickeren“ galt, erlebte einen regelrechten Boom, unterstützt durch die politische Wende und den anschließenden Immobilienboom. Der Club de Pádel Las Arenas wurde zum Epizentrum dieser Entwicklung. Spieler wie Carlos Almazán, Juan Fontán und Araceli Montero lieferten sich hier spannende Duelle, später folgten sogar Weltstars wie Juan Martín, Bela und Carol Navarro.
Heute ist der Pádel-Sport in den Kanaren weit verbreitet. Mit über 180 Clubs, 650 Plätzen und mehr als 7.500 Lizenzspielern liegt die Inselgruppe auf dem fünften Platz der autonomen Sportregionen Spaniens. Auch wenn große internationale Turniere weiterhin ausbleiben – die Federación Canaria de Pádel (FCP) arbeitet hart daran, den Sport weiterzuentwickeln. „Wir haben einen langen Weg zurückgelegt“, betont Diego Gil, Präsident der FCP.

Ein club mit seele
Der Club de Pádel Las Arenas hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Vom manuellen Buchhaltungssystem mit Tipp-Ex-Korrekturen zu modernen Management-Systemen wie Playtomic. Doch das ursprüngliche Flair, die Nähe zum Spieler, ist geblieben. „Hier geht man nicht nur zum Spielen, sondern auch zum Kaffee trinken und zum Freunde treffen“, so die Verantwortlichen. Und während der Pádel-Sport in den Großstädten oft zu einem anonymen Geschäft geworden ist, bewahrt Las Arenas seinen einzigartigen Charme – ein lebendiges Zeugnis dafür, wie eine Vision eines Madrileñen den Pádel-Sport in den Kanaren verändert hat.
