Österreich vor spanien: rangnick fordert „vollgasfußball“ – aber reicht das?
Kansas City – Dramatik pur, ein Last-Minute-Tor, das die K.o.-Runde rettete: Österreich hat sich beim WM-Gastgeber Algerien mit einem 3:3-Unentschieden ins Sechzehntelfinale gerettet. Doch die Erleichterung ist groß, die Selbstzufriedenheit gering. Nationaltrainer Ralf Rangnick mahnt zur Vorsicht und fordert gegen Spanien eine deutliche Leistungssteigerung.
Die algerische achterbahnfahrt: ein warnsignal für rangnick
Marcel Sabitzer sprach nach dem Spiel von einem „Auf und Ab“, das „fast unseriös“ gewesen sei. Diese Einschätzung teilt Rangnick, der die Leistung seiner Mannschaft als „glücklich“ bezeichnete. Die Defensive wackelte, die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. Gegen Spanien, den amtierenden Europameister, werden solche Schwächen gnadenlos ausgenutzt.
Die Österreicher müssen sich fragen, wo der „Vollgasfußball“ geblieben ist, von dem Rangnick so viel erwartet hat. Gegen Jordanien funktionierte es noch ansatzweise, gegen Algerien fehlte die Konstanz und die Entschlossenheit. Das Team wirkte in weiten Teilen der Partie zu passiv und ließ Algerien zu viele Räume.

Spanien – eine neue kategorie
Die Aufgabe, die am Sonntag auf Österreich wartet, ist enorm. Spanien präsentierte sich in der Gruppenphase als eine der stärksten Mannschaften des Turniers. Mit ihrer Ballbesitzorientierung und ihrem Pressing stellen sie eine ganz andere Kategorie als Algerien dar. Rangnick weiß das zu schätzen: „Spanien ist eine Weltklasse-Mannschaft. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren und versuchen, ihnen unser Spiel aufzuzwingen.“
Besonders wichtig wird es sein, die Räume vor der Abwehr zu schließen und die schnellen Konteraktionen zu unterbinden. David Alaba und Co. müssen eine nahezu perfekte Leistung abrufen, um eine Chance zu haben. Die Hoffnung liegt auf einer taktischen Meisterleistung von Rangnick und einer deutlichen Steigerung der individuellen Leistungen.
Die Fans reisen mit großen Erwartungen an, nachdem sie sich bereits im Vorfeld der WM als Geheimfavoriten geoutet hatten. Doch Rangnick warnt vor zu viel Euphorie. „Wir müssen realistisch bleiben. Spanien ist der klare Favorit. Aber wir wollen kämpfen und alles geben, um eine Überraschung zu schaffen.“
Die Zeichen stehen auf eine spannende Partie. Kann Österreich dem Druck standhalten und den „Vollgasfußball“ zeigen, den Rangnick fordert? Oder wird Spanien die nächste Hürde auf dem Weg zum WM-Titel sein?
Die Antwort gibt das Spiel am Sonntag.
