Argentinische tennis-tristesse: wimbledon-fluch geht weiter!
Ein erneuter Tiefpunkt für das argentinische Tennis bei Wimbledon: Keiner der neun gesetzten Spieler überstand die erste Runde. Manolo Santanas spöttische Bemerkung von 1963 – "Das Gras ist für Kühe" – wirkt in Anbetracht der aktuellen Ereignisse bitter passend.

Die ernüchterung im überblick
Die diesjährige Wimbledon-Debakel ist kein Einzelfall, sondern setzt eine enttäuschende Entwicklung fort. Seit 2019 gelang es keinem argentinischen Spieler, die Finalrunde zu erreichen. Guido Pella kam damals zumindest bis ins Viertelfinale, bevor er dem Spanier Roberto Bautista-Agut unterlag. Zuvor, im Jahr 2013, erreichte Juan Martín del Potro sensationell das Halbfinale, nur um dann gegen Novak Djokovic knapp unterzukommen. Die letzte Finalteilnahme eines Argentiniers liegt bereits in der fernen Vergangenheit: 2002 verlor David Nalbandian das Endspiel gegen Lleyton Hewitt.
Besonders schmerzhaft waren die frühen Ausschlüsse von Francisco Cerúndolo (Nummer 18 der Setzliste) und Tomás Martín Etcheverry (Nummer 29). Cerúndolo verlor glatt gegen Jaume Munar mit 6:1, 6:4 und 6:3, obwohl er kurz zuvor beim ATP 500 in Queen's den ersten großen Erfolg seiner Karriere gefeiert hatte. Etcheverry zeigte zwar einen kämpferischen Auftritt gegen Lorenzo Sonego, musste sich aber nach einem hart umkämpften Match in fünf Sätzen geschlagen geben.
Die Liste der Verletzten und Pechvögel ist lang: Camilo Ugo Carabelli musste verletzungsbedingt aufgeben, als er Dani Mérida bereits mit 2:1 Sätzen führte. Auch Sebastián Báez zwang seinen Gegner Struff in den fünften Satz, verlor diesen aber knapp mit 7:5. Die glorreiche Vergangenheit des argentinischen Tennis, geprägt von Namen wie Vilas, Del Potro und Nalbandian, steht in scharfem Kontrast zu der aktuellen Realität.
Guillermo Vilas, der erste argentinische Tennis-Star, erreichte zwar nie das Viertelfinale in Wimbledon, dominierte aber das Tennisgeschehen in den späten 70er Jahren und gewann zweimal die Australian Open, als diese noch auf Rasen ausgetragen wurden. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Die Frage ist, wann Argentinien wieder eine ernstzunehmende Kraft im internationalen Tennis wird.
Die Zahl spricht eine deutliche Sprache: Von den ursprünglich neun argentinischen Teilnehmern in der Herrenkonkurrenz schied jeder in der ersten Runde aus. Ein trauriger Tag für den argentinischen Sport, der die Notwendigkeit einer gründlichen Analyse und Neuausrichtung verdeutlicht, um den Anschluss an die Weltspitze nicht zu verlieren.
