Schlagabtausche im netz: fifa kämpft gegen hasserfüllung
Während die Fußball-Nationalmannschaften um ihren WM-Traum kämpfen, steht die FIFA vor einer ganz anderen Herausforderung: dem Kampf gegen Hass und Diskriminierung in den sozialen Medien. Die Zahlen sind alarmierend und zeigen eine deutliche Zunahme von rassistischen Angriffen – ein dunkler Schatten über dem eigentlich fröhlichen Fußballfest.

Die bittere wahrheit hinter den likes
Die FIFA hat die Ergebnisse ihres Social Media Protection Service (SMPS) veröffentlicht. Über sechs Millionen Posts und Kommentare wurden zwischen dem 11. und 27. Juni analysiert, ein schwindelerregendes Volumen. Von diesen wurden 225.000 an menschliche Prüfer weitergeleitet und schließlich 89.000 als beleidigend oder missbräuchlich eingestuft. Besonders besorgniserregend: Der Anteil rassistischer Äußerungen liegt bei 11 Prozent – der höchste Wert überhaupt. Das ist nicht nur ein Anstieg von 3 Prozent im Vergleich zur WM in Katar 2022, sondern betrifft auch die gravierendsten und persönlichsten Angriffe auf Spieler, Trainer und Schiedsrichter.
Die schiere Menge an Hassrede ist erschreckend. Während die Zahl der analysierten Beiträge um 33 Prozent gestiegen ist, hat sich die Anzahl der gemeldeten Hasskommentare verdreizehnfacht – von 6.700 in Katar auf 89.000 in der aktuellen Gruppenphase. Ein Vergleich ist zwar aufgrund des erweiterten Formats mit 48 Mannschaften und verbesserter KI-Technologie erforderlich, aber die Tendenz ist unübersehbar.
Es ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität, die alarmierend ist. Das System hat bereits rund 1.000 Konten zur weiteren Untersuchung identifiziert und mehr als 100 Fälle erfüllen die Voraussetzungen für juristische Schritte. Die FIFA versteckt nicht nur beleidigende Inhalte, sondern sammelt auch Beweismittel für mögliche Strafanzeigen. Rund 181.000 hasserfüllte Kommentare wurden automatisch ausgeblendet, um Spieler und Fans vor dem direkten Kontakt mit dieser Giftmüllerei zu schützen. Bereits über 30 Millionen Posts und Kommentare wurden seit der Einführung des SMPS im Jahr 2022 entfernt – ein beachtlicher Wert, der aber die anhaltende Notwendigkeit des Einsatzes unterstreicht.
Die Technologie hilft, aber sie kann die Wurzel des Problems nicht beseitigen. Die Zunahme der Hassreden ist nicht nur auf die verbesserten Erkennungssysteme zurückzuführen, sondern spiegelt auch eine erschreckende Realität wider: Rassismus und Hassrede nehmen im digitalen Raum zu. Die FIFA steht vor der gewaltigen Aufgabe, diese Entwicklung einzudämmen und eine respektvolle Atmosphäre im Sport zu gewährleisten. Denn Fußball lebt von Leidenschaft, nicht von Hass.
