Onu: der block-könig, der bamberg zum beben bringt!

Die Baskets Bamberg sind auf dem Weg zur Spitze der BBL – und das dank eines Mannes, der nicht mit spektakulären Dunks, sondern mit unglaublichen Blocks auffällt. EJ Onu, der 2,11 Meter große Center aus den USA, ist zum geballten Angsthasen für jeden Angreifer in der Liga avanciert und verkörpert die defensive Macht der Bamberger.

Ein block als adrenalinkick

Ein block als adrenalinkick

Während viele Basketballer den krachenden Dunk als den ultimativen Triumph betrachten, ist für Onu etwas ganz anderes entscheidend: der perfekte Block. „Ein Block gibt mir noch mehr einen Push als ein Dunk“, erklärt der 26-Jährige. „Es ist schwieriger, seltener und einfach befriedigender, den Ball im letzten Moment vor dem Korb abzuwehren.“ Diese Leidenschaft für die Defensive ist unverkennbar und treibt ihn an, Tag für Tag an seiner Leistung zu arbeiten.

Die Statistiken lügen nicht: Onu ist mit durchschnittlich 2,4 Blocks pro Spiel haushoch führend in der Easycredit Basketball Bundesliga. Das ist ein Unterschied, der fast schon grotesk wirkt, wenn man bedenkt, dass Charles Thompson von Würzburg auf 1,4 und Osun Osunniyi von Heidelberg auf 1,3 Blocks kommt. Bamberg hat in Onu nicht nur einen Verteidiger gefunden, sondern eine veritable Mauer unter dem Korb.

Die Erfolge sprechen für sich: Nach dem Gewinn des Pokals gegen Bayern und Alba Berlin, und mit sieben Siegen aus acht Ligaspielen, hat sich Bamberg auf dem dritten Platz der BBL etabliert. „Er leistet Unglaubliches für uns in der Defense und ist hinten unser Anker“, lobt Trainer Anton Gavel seinen Schlüsselspieler. „Das Wichtigste beim Blocken ist das Timing“, so Onu, dessen Vorname Ejiofor Johnson ist. „Man darf nicht zu früh hochspringen, sondern muss ein Gefühl dafür haben, was der Gegner vorhat.“ Seine Größe, seine Reichweite von 2,30 Metern und seine unglaubliche Athletik machen ihn zu einem nahezu unüberwindbaren Hindernis.

Onu, der in seiner Jugend Kevin Durant als Vorbild hatte – obwohl dieser sowohl offensiv als auch defensiv glänzt – spielt mit der Nummer 35 und träumt weiterhin von der NBA. Zwar scheiterte sein Versuch, dort Fuß zu fassen, als ihn die Dallas Mavericks im August 2021 kurzzeitig unter Vertrag nahmen, um ihn aber wieder freizustellen, doch seine Rückkehr nach Bamberg im Sommer 2023 war ein Volltreffer. „Ich bin jetzt ein reiferer Spieler“, sagt er selbstbewusst.

Obwohl sein Vertrag im Sommer ausläuft und die Zukunft offensteht, konzentriert sich Onu voll und ganz auf die aktuelle Saison. „Wir sind ein richtig gutes Team mit starker Defense und können jeden in der Liga schlagen, auch Bayern, sogar in einer Play-off-Serie“, ist er überzeugt. Doch Onu ist mehr als nur ein Basketball-Monster. In seiner Freizeit findet er Ausgleich am Klavier, wo er sich gerade an Beethovens „Für Elise“ herantastet. „Ich suche in Bamberg nach einem Lehrer“, erzählt er, „aber bisher habe ich noch keinen gefunden.“

Und so steht der Mann, der die gegnerischen Angreifer zur Verzweiflung treibt, auch abseits des Feldes für Kontraste: Ein kraftvoller Athlet mit einer feinen Seite, ein Block-König mit einem Gespür für klassische Musik. Seine Ambitionen sind klar: Bamberg soll die BBL erobern – und Onu will dabei jede Korberoberung feiern.