Nübel wirft baumann raus: wm-kandidat darf im eigenen stadion glänzen

Julian Nagelsmann dreht am Sonntagabend kurz an der Tür des Mannschaftsbusses, zieht die Nachricht aus dem Ärmel und schickt damit eine kleine Bombe nach Stuttgart: Alexander Nübel spielt am Montag gegen Ghana – und Oliver Baumann sitzt erstmals seit dem Rücktritt von Manuel Neuer wieder auf der Bank.

Die Begründung klingt wie ein Seitenhieb gegen alle, die Rotation mit Chaos verwechseln. „Es ist kein Casting auf der Torwart-Position, sondern eine Belohnung für die gute Leistung über einen langen Zeitraum“, sagt Nagelsmann. Gemeint ist die Serie von zwölf Bundesliga-Spielen ohne Gegentor, die Nübel mit Stuttgart hingelegt hat. Baumann durfte gegen die Schweiz noch einmal ran, kassierte drei Gegentore, und schon ist das Zepter wieder weg.

Nübel jubelt: „das ist mein wohnzimmer“

Nübel jubelt: „das ist mein wohnzimmer“

Für den 29-Jährigen ist es das dritte Länderspiel, das erste im eigenen Stadion. „Ich kann es kaum erwarten, endlich wieder dieses Gefühl“, sagt er und klingt dabei wie ein Jugendlicher, dem die Schuhe zittern. Die letzte Nominierung datiert vom November 2024 in Budapest, ein 1:1, das niemanden glücklich machte. Jetzt soll Stuttgart zum Kino werden.

Doch der Stuttgarter Einsatz ist kein Machtwechsel. Nagelsmann zieht die Rangfolge klar: Baumann bleibt vorerst Nummer eins für die WM in den USA, Mexiko und Kanada. „Wir müssen nur ein bisschen mehr rotieren, um ein paar Spieler zu steuern“, sagt er und verrät nebenbei, dass Deniz Undav garantierte Einsatzminuten bekommt – „weil er es sich verdient hat“. Ein Satz, der Baumanns Sturz nur schmälert.

Die Frage bleibt: Wie viel Belohnung verträgt die DFB-Elf noch, bevor sie sich selbst belohnt? Die Antwort folgt am Montagabend. Um 20.45 Uhr schlägt Nübel auf, und Stuttgart wird zum Prüfstand für den WM-Kader. Baemann sitzt neben dem Feld, das er verlassen musste – und wartet auf die nächste Rotation.