Nübel rückt in stuttgart ins tor – nagelsmann nennt das kein casting
Alexander Nübel spielt am Montag gegen Ghana – und das gleich vor der eigenen Kulisse in Stuttgart. Julian Nagelsmann versichert: Das sei keine Probe, sondern eine Auszeichnung für harte Arbeit.
Nagelsmann blockiert die diskussion ab
Die Torhüterfrage bei der Nationalmannschaft ist seit Monaten ein offenes Fieber. Marc-André ter Stegen fällt, Oliver Baumann gilt als erster Anwärter, Manuel Neuer schwebt als Geisterpoker über allem. Dazwischen: Nübel, 28, Leihgabe des FC Bayern, seit Januar in Topform.
Nagelsmann will die Debatte nicht neu entfachen. „Es ist kein Casting“, sagt er knapp. „Alex hat sich das verdient.“ Der Bundestracher lobt die „extreme Loyalität“ des Stuttgarters innerhalb des Torwarttrios und schiebt schmunzelnd nach: „Auch wenn es für ihn vielleicht langweilig ist, immer nur danebenzustehen.“

Nübel nimmt die bühne mit
Zwei Länderspiele stehen in seinem Pass, beide 2020. Seitdem war er Co-Trainer mit Handschuhen. Montagabend bekommt er Heimspielatmosphäre, Familie, Freunde, 54 000 im Neckarstadion. „Die Rollen sind klar“, sagt er selbstbewusst. „Ich will mich zeigen.“
Was sich zeigt, ist ein Keeper, der sich selbst neu erfunden hat: weniger Risiko im Aufbau, präzisere Strafraumbeherrschung, lauter Kommandos. „Ich bin konstanter geworden“, sagt er. „Das merke ich an jeder Trainingseinheit.“

Urbig lauert bereits
Hinter dem Vorhang wartet Jonas Urbig, 22, Münchner Shootingstar. Verletzt abgereist, aber längst im Fokus. Nübel kennt die Konstellation: „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns beim FC Bayern wiedersehen, ist hoch.“ Lob für den Jüngeren gibt es trotzdem: „Sehr eifrig, was ich gesehen habe, war top.“
Die Botschaft ist klar: Nübel muss liefern, sonst überholt ihn der nächste Anwärter. Gegen Ghana zählt jeder Reflex, jede Fußabwehr. Die WM rückt näher, mit ihr die Frage, wer im Katar-Winter die Latte trägt. Für einen Abend ist Nübel der Held der Geschichte – danach wird wieder gezählt.
