Nordderby-eklat: hsv muss jetzt auch zahlen!
Bremen – Der Rauch ist noch nicht ganz verhangen, die Leuchtraketen liegen auf dem Rasen, und die Debatte um die Kosten für das chaotische Nordderby zwischen Werder und dem HSV tobt weiter. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlägt nun einen ungewöhnlichen Ton an: Auch der Hamburger SV soll für die massiven Polizeikosten im Weser-Stadion aufkommen müssen – und das deutlich stärker als bisher.

Eskalation im derby: pyrotechnik als waffe
Die Bilder waren alarmierend: Leuchtraketen, die aus dem HSV-Fanblock abgefeuert wurden und in unmittelbarer Nähe von Werder-Spielern und -Fans landeten. Ein Toilettenraum wurde in Brand gesetzt. Die GdP spricht von einer deutlichen Eskalation und einer „Grenzüberschreitung“, wenn Pyrotechnik gezielt gegen andere Zuschauerbereiche eingesetzt wird. Der HSV hat die Vorfälle zwar verurteilt, doch die Polizei fordert jetzt konkrete Maßnahmen und eine gerechtere Kostenverteilung.
Die Forderung der GdP ist klar: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) muss sicherstellen, dass alle beteiligten Vereine angemessen in die Kosten für Hochsicherheitsspiele wie das Nordderby einbezogen werden. Bisher werden die immensen Kosten für den Großeinsatz der Polizei fast ausschließlich Werder Bremen in Rechnung gestellt. Das soll sich ändern. „Es ist ungerecht, dass nur ein Verein für die Kosten aufkommt, obwohl die Eskalation durch das Verhalten der HSV-Fans ausgelöst wurde“, so ein Sprecher der GdP.
Die Polizei drängt außerdem darauf, dass die Gelder, die im Rahmen dieser Kosten erhoben werden, zweckgebunden eingesetzt werden müssen. Das bedeutet: Das Geld darf nicht in den allgemeinen Haushalt des Landes fließen, sondern muss direkt wieder in die Sicherheit der Polizei investiert werden.
Was bedeutet das für den HSV? Vermutlich eine saftige Rechnung, die über die üblichen Strafen für Pyrotechnik hinausgeht. Und für die Fans? Eine deutliche Warnung: Gewaltbereitschaft und rücksichtslose Pyrotechnik haben Konsequenzen – nicht nur für die Täter, sondern auch für den gesamten Verein.
Die Ereignisse im Nordderby werfen ein schlechtes Licht auf die Stimmung im deutschen Fußball. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen aus dieser Erfahrung lernen und wirksame Maßnahmen ergreifen, um künftig solche gefährlichen Situationen zu verhindern. Denn eines ist klar: Fußball soll eine Freude sein – und keine Bedrohung.
