Alonso lässt miami mit ironischem seitenhieb hinter sich
Fernando Alonso verließ Miami mit einem müden, aber entschlossenen Lächeln. Nach einem physisch anstrengenden Rennen, in dem sein Aston Martin erneut nicht die erhoffte Wettbewerbsfähigkeit zeigte, überraschte der Spanier die Presse mit einer pointierten Bemerkung, die die Distanz zu den Spitzenteams schonungslos aufzeigte.

Die bittere realität des aston martin
Die Frage nach seiner Zukunft in der Formel 1, die wie ein Damoklesschwert über Alonso schwebt, wurde erneut angesprochen. Ein britischer Kollege fragte, ob er bestimmte Bedingungen für einen Verbleib im nächsten Jahr gesetzt habe. Alonsos Antwort kam prompt und war ein Spiegelbild der aktuellen Lage: „Wenn ich in einem Rennen einen fünften Platz erziele, werde ich am selben Tag in Rente gehen.“ Es ist eine scharfe Ansage, die die riesige Kluft zwischen Aston Martin und der Spitze verdeutlicht – ein Top-5-Ergebnis scheint in der gegenwärtigen Saison ein unerreichbares Ziel.
Zwar freute sich Alonso über das gemeinsame Klassieren mit seinem Teamkollegen, doch er betonte die anhaltenden Probleme und die noch große Entwicklung, die notwendig ist. „Wir haben nur darauf gehofft, dass es regnet. Vielleicht hätten wir eine Reifenwahl vermeiden können“, so Alonso. „Aber selbst mit einem zusätzlichen Boxenstopp wären wir nicht besser dran gewesen. Es gibt wenig, was wir tun können, aber wir versuchen, unsere Strategie und Reifenmanagement zu verbessern.“
Die Daten lügen nicht: Aston Martin war in Miami zwar ein wenig näher an der Mittelklasse als in Japan (2,5 Sekunden), was jedoch eher auf die Streckencharakteristik als auf eine tatsächliche Leistungssteigerung zurückzuführen scheint. „Ich bin mir nicht sicher, ob sich der Rennwagen verbessert hat. Nur die Zuverlässigkeit scheint besser geworden zu sein. Die Vibrationen sind geringer, aber das Leistungsniveau ist ähnlich wie in Japan“, erklärte Alonso.
Doch es gibt weitere Stolpersteine. Bereits in Bahrain wurden Probleme mit dem Getriebe festgestellt, und diese machten sich auch in Miami bemerkbar. „Ehrlich gesagt, das Hauptproblem war dieses Wochenende das Getriebe, mehr als der Motor. Irgendetwas an der Elektronik, es war seltsam beim Hochschalten und Runterschalten. Ich hatte nicht viel Kontrolle. Für Kanada müssen wir unbedingt das Getriebeverhalten verbessern.“
Trotz der schwierigen Situation zeigte Alonso eine bemerkenswerte Gelassenheit. „Ich bin ruhig, weil ich die Situation verstehe. Das Team hat mir erklärt, dass wir bei jeder Verbesserung um ein oder zwei Zehntelsekunden keine Veränderung in unserer Position sehen werden. Wir sind P20 oder P19, und das nächste Auto ist eine Sekunde vor uns. Selbst wenn wir zwei Zehntelsekunden pro Rennen gewinnen, wird sich nichts ändern.“
Die Worte Alonsos sind ein Weckruf für Aston Martin und die gesamte Formel 1. Die Diskrepanz zwischen den Teams ist enorm, und die Suche nach Verbesserungen erfordert mehr als nur kleine Schritte. Es braucht einen radikalen Wandel, um mit den Besten mithalten zu können. Und Alonso, der Meisterstratege, weiß das nur zu gut.
